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Sylvario`s Beutezüge

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Genau hier hatte damals alles angefangen. Hier in Aldrassil wurde ich geboren, doch es erinnert nicht mehr viel an die einstige Gemütlichkeit des Tals. Wo wir früher spielten und lachten stehen jetzt Krieger und bewachen den Zugang zum Tal, schwer  bewaffnet wachen sie über die vermeintliche Ruhe des Elfenwaldes. Damals wachten wir noch über diesen einzigen Zugang. Nur wer etwas süßes dabei hatte durfte passieren. Mit dieser Idylle war es aber schlagartig vorbei. Als Sternenhauch überfallen wurde, sprach keiner mehr von der Ruhe, die unsere Heimat doch auszeichnete. Spitze Schreie von denjenigen, die nicht mehr flüchten konnten, erschütterten unser Mark. Es sei zu gefährlich hier zu bleiben, entschied mein Vater damals. Wir rannten so schnell unsere Füße uns trugen und fanden in Auberdine eine neue Heimat.

Warum ich zurückgekehrt bin? Das Spießertum meiner Familie ist nichts für mich. Jede Woche ein anderer Mondbrunnen. Sonst passiert für eine Woche nur Unglück! Damit drohte mir meine Mutter immer, wenn ich wieder einmal trotzig in meinem Zimmer saß und mich wehrte diese zwecklosen Ausflüge mitzumachen. Hände waschen vorm Essen? In meinen Augen völlig überbewertet. Meine Welt ist hier draußen und nicht an einer Tafel voller aufgeplusteter Leute, die sich selber wichtiger nehmen als alles andere. Ich hatte bevor ich ging nur noch zwei Küchenmesser eingesteckt. Okay. Vielleicht landete auch noch das ein oder andere Teil aus der randvoll gefüllten Vitrine in meiner Tasche. Wer wirds schon vermissen, bei dem ganzen Gerümpel. Mit dem Schiff ging es zurück in die alte Heimat. Erst Darnassus und dann in Richtung Aldrassil.

Doch genug von meiner Vergangenheit. Jetzt stand ich also hier. Kein Weg führte mehr zurück. Eine meiner ersten Aufgaben führte mich in die Schattenweberhöhle. Erinnerungen kamen in mir hoch, hier hatte ich früher als Kind noch gespielt. Das war noch bevor die Spinneplage unser Tal befallen hatte. Erst traf man in der Höhle nur vereinzelt mal eine Spinne an. Doch heute. Die Ganze Höhle war von Spinnen übersät. Ich dachte kurz an einen Rückzug, doch die Blöße wollte ich mir nicht geben. Wagemutig schmiss ich mein Messer auf eine der Spinnen. Wie aus dem Nichts tauchten zwei weitere Artgenossen der soeben getroffenen Spinne auf. Und Zack! Ich flüchtete mich in den Schatten der Bäume. Einzeln jedoch konnten die Spinnen nichts gegen mich ausrichten. Die erste Hürde war geschafft.

Mich hatte es inzwischen nach Sturmwind verschlagen. Ich wollte mein altes Leben so weit hinter mir lassen wie nur möglich. Ich nahm das erste Schiff, das in Auberdine ankam. Die Überfahrt war lang und ziehmlich anstrengend. Mich durfte schließlich niemand entdecken, da ich natürlich als Blinder Passagier unterwegs war.
In Sturmwind angekommen stellte ich fest, das ich dringend Geld brauchte. Und kaum aus den Stadttoren heraus bot sich mir die perfekte Gelegenheit. Ein Gauner der Defias hielt gerade ein Nickerchen. Ich griff in seine Tasche und griff beherzt zu. Gauner beklaut Gauner. Ich zog meine Hand aus seiner Tasche... und was sah ich da. Ein lausiges Taschentuch trug er mit sich. Nichts weiter. Nur ein gebrauchtes, zusammengefaltetes Taschentuch. Aus Frust verpasste ich ihm noch eine Kopfnuss, damit er wenigstens mit ordentlichen Kopfschmerzen aufwacht. Die Reise geht jedoch weiter, denn irgendwann werde ich den großen Coup landen und euch natürlich davon berichten.


Beitrag #237 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Ich bin viel rum gekommen in letzter Zeit. Deshalb heute nur ein kleines Rätsel von meiner letzten Reise. Eine nette Nachtelfin hat mich hier gezeichnet. Wo ist das Bild entstanden? Vielleicht habe ich von meiner Reise ja etwas in der Tasche, was als Preis dienen kann. Da muss ich allerdings nochmal kramen.


Früher war ich oft an diesem Ort im Urlaub gewesen. Mit der ganzen Familie ging es dann in Richtung Süden. Es waren die wenigen Tage im Jahr, in denen ich wirklich Spaß daran hatte Teil der Familie zu sein. Herumtollen im Sand oder Bogen schießen im Wald, alles fühlte sich so federleicht an, ohne die Last des Alltages. Und Abends gab es immer ein rießiges Lagerfeuer. Derjenige, der an dem Tag den größten Fisch geangelt hatte durfte es entzünden. Doch immer wenn ich mit einem neuen Prachtexemplar siegessicher zum Lagerfeuer kam, zog ein anderer Urlauber ein noch  längeren Fisch hinter sich her.

Seitdem die Schiffverbindung mit Auberdine, Dunkelküste allerdings eingestellt wurde, legte sich der Trubel und der Ort wurde zu einer beschaulichen, fast vergessenen Stätte. Doch bei Sirala und Aposto muss sie, ähnlich wie bei mir, bleibende Erinnerungen hinterlassen haben. Die Rede ist natürlich von der Mondfederfeste in Feralas. Als ich mich mit Aposto traf, um in alten Erinnerungen zu schwelgen, erzählte mir Aposto, dass er schon soviele tolle Dinge gefunden hatte, die er aber zurücklassen musste. Seine Taschen waren einfach schon bis oben hin vollgepackt gewesen. Und so war es nicht schwer eine passende Belohnung für das Lösen des Rätsels zu finden. Ich schneiderte ihm drei meiner besten Taschen, damit er kein wertvolles Artefakt mehr am Wegesrand liegen lassen muss.
Beitrag #242 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Mein Abenteuer hat mich nun an viele verschiedene Orte geführt. Den schaurigen Dämmerwald, das sprießende Schlingerdorntal und die staubige Sengende Schlucht. All das hatte ich überstanden. Auch wenn der Weg und die damit verbundenen Aufgaben nicht immer einfach waren, ich hatte sie gemeistert.

Und dabei sehr viel gelernt. Meine Bewegungen im Schatten sind kaum zu erkennen. Nur eines hatte ich noch nicht so richtig raus. Mein Lehrer hatte mir gezeigt wie ich jemanden betäuben kann. Ein Schlag auf die Niere tut weh. Das hatte ich bei den Übungen mit meinem Trainer am eigenen Leib erfahren müssen. So weit so gut, doch als ich im Kampf mit einem Naga im tiefsten Dickicht des Schlingerdorntals steckte und meine neueste Wunderwaffe ausprobierte passierte genau garnichts. Unbeeindruckt prügelte der Naga weiter auf mich ein. Mhm hatte ich wohl daneben gezielt. Noch ein Anlauf, doch wieder keine Reaktion. Nicht mal ein Anfluch von Schmerz war im Gesicht meines Gegenübers zu sehen. Aus Zufall traf ich ihn bei einem Schlag, mit dem ich ihn verfehlt hatte, an der Seite. Und da war es also. Dieser Schmerz, der sich in den Augen wiederspiegelt. Regungslos stand er da und bot mir die Gelegenheit ihn von hinten zu meucheln und unsere Begegnung zu beenden. Die Anatomie von Nagas musste also anders sein. Und so verbrachte ich einige Zeit meine Gegner zu beobachten. Ihre verwundbaren Stellen zu entdecken, ehe ich in Aktion trat. Und es klappte. Ob Naga oder Kriegsgolem.

Getrieben von meinen neuen Entdeckungen ging meine Reise also unaufhaltsam weiter. Durch die verwüsteten Lande ging es in die Ferne. Alle erzählten von der Scherbenwelt, der Gefahr, die auf dieser riesigen Insel im Nirgendwo lauerte. Doch all das reizte mich noch mehr. Denn die Abenteuerlust war es schließlich, die mich aus der Heimat fortgetrieben hatte. Und so ging es durch das Portal auf die Höllenfeuerhalbinsel. Was mich dort erwartete raubte mir den Atem. Dämonen, so groß wie ich sie noch nie gesehen hatte, versperrten meinen Weg. Doch trotz der sengenden Sonne fand ich genug Schatten um unbemerkt an ihnen vorbeizuschleichen. Ich erfüllte meine ersten Aufträge in der Ehrenwache. Doch meine Gegenüber waren diesmal keine Nagas und auch keine Golems. Ich stand Dämonen oder Geistern gegenüber. Oder aber Tiere, die von Dämonen besetzt waren. Doch nichts konnte mich auf meinem Weg aufhalten.

Ich hatte viel darüber gehört. Ich hatte auch viel darüber gelesen. Doch nichts, was gesprochen oder geschrieben worden war kann dem Gefühl gerecht werden, dass einen ereilt, wenn man hoch am Himmel auf dem Rücken eines Greifen schwebt und die Zeit für einen Moment stehen zu bleiben scheint. Fliegen ist die ewige Sehnsucht des Menschen gewesen. Doch obwohl die meißten meinesgleichen, die Nachtelfen, lieber auf dem festen Boden des vertrauten Waldes bleiben, wurde hier, auf dem Rücken meines Greifen ein Traum von mir wahr. Die Luft peitscht durch das Gesicht, die Haare flattern im Wind. Im Sturzflug in Richtung Boden. Einfach ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Das Abenteuer, nach dem ich mich gesehnt hatte.
Beitrag #251 erstellt am: / Zuletzt geändert am:


Nun ja, ich gebe mal einen Lösungsversuch zum Bilderrätsel ab. :)
Meiner Meinung nach könnte es ein Dach des Gebietes "Mondfederfeste" in Feralas sein. Sieht nachtelfisch aus und riecht auch so. :)))  MfG
Beitrag #258 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Nein keine Dunkelküste, aber ich zitiere mich einfach mal von weiter oben:

Seitdem die Schiffverbindung mit Auberdine, Dunkelküste allerdings eingestellt wurde, legte sich der Trubel und der Ort wurde zu einer beschaulichen, fast vergessenen Stätte. Doch bei Sirala und Aposto muss sie, ähnlich wie bei mir, bleibende Erinnerungen hinterlassen haben. Die Rede ist natürlich von der Mondfederfeste in Feralas. Als ich mich mit Aposto traf, um in alten Erinnerungen zu schwelgen, erzählte mir Aposto, dass er schon soviele tolle Dinge gefunden hatte, die er aber zurücklassen musste. Seine Taschen waren einfach schon bis oben hin vollgepackt gewesen. Und so war es nicht schwer eine passende Belohnung für das Lösen des Rätsels zu finden. Ich schneiderte ihm drei meiner besten Taschen, damit er kein wertvolles Artefakt mehr am Wegesrand liegen lassen muss.
Beitrag #299 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Regen, immer wieder Regen. Schier endlose Wassermassen prasseln auf den Boden Tirisfals herunter. Zusammengekauert sitze ich nun in meinem Unterschlupf, einem Schildkrötenskelett. Der Panzer der Schildkröte bewahrt mich davor in den Fluten zu versinken. Er schützt mich dann, wenn ich am verwundlichsten bin. Unter dem hypnotischen Trommeln des Regens auf dem Panzer ziehen einige besonders wertvolle Erinnerungen an meinem inneren Auge vorbei.

Als ich das Licht der Welt erblickt habe stand ich allein und verloren in Teldrassil herum. Niemand, der mich in Empfang nahm, niemand, der mir den Weg hinaus aus dem Tal zeigte, dass ich früher als kleiner Junge bewohnt hatte. Als dann Geflüster von einer fremden Jägerin durch mein Mark fuhr und ihre einladenden Worte mich in die Gilde der Klingen von Azeroth führten wurde mein Wille die Welt von Azeroth zu erkunden bestärkt. An der Seite von den tapfersten Kriegern zu stehen und sie womöglich sogar kennenzulernen. All das lockte mich heraus aus dem kleinen Tal.
Je weiter ich mich von meiner Heimat entfernte, desto mehr Dingen begegnete ich, die mir merkwürdig vorkamen. Vieles wirkte befremdlich und einiges stand mir als Hinderniss im Weg, wollte meinen weiteren Weg versperren. Doch mich konnte nichts aufhalten, denn noch immer trieb mich die Neugier. Wer waren diese tapferen und erfahrenen Recken, die diese Welt schon vor mir erkundet hatten. Kann ich etwas von ihnen lernen?

Nach einziger Zeit war es dann endlich so weit. Ich lernte die vorerst fremde Jägerin persönlich kennen. Diese Begegnun prägte mich  auf meinem weiteren Weg, den auf meiner gesamten Reise war ich niemandem begegnet, der eine solch herzliche Wärme ausstrahlte. Sirala, wie die Jägerin sich vorstellte, wirkte zuerst zurückhaltend und sehr vorsichtig. Doch je mehr Zeit ich mit ihr verbrachte desto klarer wurde es, dass sie nicht nur eine angenehme Zeitgenössin war. Nein, auch wenn sie sehr vorsichtig und fast ängstlich durch die Gegend striff, war sie bei dem Umgang mit ihrem Bogen geschickter, als sie es selber von sich glaubte.

Weitere Gebiete wurden durchkämmt ehe ich in Nordend vom Schlag getroffen wurde. Kaum eine der Aufgaben, die ich verprach zu erledigen konnte ich auch vollenden. Zu groß waren die Steine, die mir in den Weg gelegt wurden. Allen Schwierigkeiten zum Trotz fand ich aber immer wieder Wege weiter zu kommen. Dabei stoß ich auf immer wieder neue Facetten der Welt, die vorher im Verborgenen lagen.Durch die Neugierde getrieben ging ich, nachdem ich nun endlich komplett ausgewachsen war auf Entdeckerreise. Und dabei entdeckte ich viele Orte, die vorher wohl noch nicht soviele Leute zu Gesicht bekommen haben. Aus den entdeckten Orten und den dort gefundenen Sachen entwickelte sich ein reger Briefverkehr mit Sirala, deren Neugierde sogar soweit ging, dass sie an meiner Seite ihre Angst vor Instanzen überwinden konnte.

Als es Sirala aber weiter und weiter davonzog und sich die beiden nicht mehr so häufig sahen, traten andere Leute in Erscheinung. Ein kleiner, schatzgeiler Zwerg, dessen Schwester Winter mit der charmanten Hexenmeisterin Farléen durch die Welt zog. Immer mehr Leute zog es nach Azeroth, immer mehr Leute durchschritten die eisige Hölle von Nordend und auch einige von ihnen kehrten aus dieser nicht zurück. Doch die, die blieben wurden Freunde. Auch wenn die Begegnungen mit einer ungestümen Katze schmerzhaft ausfielen, so waren sie genau das, weswegen ich einst das Haus meiner Eltern verlassen hatte. Ich wollte Abenteuer erleben. Abenteuer bereitete mir auch eine Blutelfin, die mich um meine Rache an den Untoten von Unterstadt bringen wollte und sich mir in den Weg stellte. Und dann war da noch eine Paladinin, die mich mit ihrer Freude, die sie versprühte an mein erstes Treffen mit Sirala erinnerte. Doch  nicht allen fiel es so leicht wie mir, sich durch das eisige Nadelöhr zu manövrieren. Stimmen wurden laut. Sehnsüchte wurden wach. Wie wäre das Leben ohne all diese Hindernisse. Sicherlich gut. Der Verlockung nicht widerstehen könnend zog es mich vorerst weit weit weg von meiner Heimat . Doch je mehr Zeit er mit einigen der neu gewonnenen Freunde verbrachte, desto mehr sehnte er sich nach seiner alten Heimat.
 
Ein heftiger Donnerknall riss mich aus meinen Gedanken. Und langsam wurde mir klar, warum die Sehnsucht nach der Heimat zu groß wurde, als dass ich sie einfach überhören hätte können.

Mein Onkel hatte mir früher stundenlange Vorträge gehalten, von seinen Schlachten. Jede Instanz kannte er auswendig. Jeden schrecklichen Anführer hatte er zu Gesicht bekommen. Voller Stolz hatte er von der Rüstung erzählt, die er bei seinen Kämpfen errungen hatte. Voller Stolz hatte er von seinen Errungenschaften erzählt. Und voller Verachtung hatte er von denen gesprochen, die nicht so ausgestattet waren wie er. "Hast du nicht die beste Ausrüstung, dann bist du auch nichts. Verletzt du deinen Gegner nicht so stark, wie die anderen, dann bist du auch nichts. Helfen? Dir? Nein, du bist ja nichts."  Und als ich mich an diese Worte erinnerte wurde mir klar, was ich an meiner alten Heimat vermisste. Diese Unbekümmertheit, die Freude, mit der die Leute, denen ich begegnete durch die Welt wanderten. Eine erfrischende herzliche Freundlichkeit hatte die Luft von Azeroth erfüllt. Niemand gab einem vor, was man zu tuen, oder zu lassen hatte. Deshalb hatte ich mich so wohl gefühlt, inmitten der Bekanntschaften, die mittlerweile zu Freundschaften gereift waren.

Doch ich war schwach geworden. Für einen kurzen Moment war ich tatsächlich schwach geworden. Entschlossen trat ich aus dem Panzer in den Regen um den Weg zurück zu schreiten. Zurück zu alten Bekanntschaften, alten Freunden und neuen Abenteuern, die ich in der Welt von Azeroth mit ihnen erleben werde.

Mit diebischen Grüßen
Sylvario
Beitrag #397 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Das Rauschen der Blätter, der Geruch von feuchtem Moos, das durch die Baumkronen gedämpfte Licht. All das gehört zur Idylle des Eschentals.
Doch in letzter Zeit mischt sich immer wieder das Surren von Kreissägen in der sonst so friedlichen Atmosphäre bemerkbar. Dann das Knirschen eines umknickenden Baumes und wieder das Surren der Kreissägen. Die Orcs verwandelten den Wald in eine Lichtung voll verbrannter Erde. Sirala und ich hatten dem jetzt Einhalt geboten. Aber unsere Störung war wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch von Anfang an.

In einer Taverne in Ratschet waren sie ihr aufgefallen. Drei Orcs, die sich merkwürdig verhalten hatten. Sie bat mich ihnen zu folgen um herauszufinden was sie planten. Nach einer Reise nach Ogrimmar, ich campte für zwei Tage auf einem Hügel vor der Stadt, zog es die Orcs dann gen Norden, ins Eschental. Und plötzlich stand ich mitten in ihrem Holzfällerlager. Dort wo eins große Bäume in den Himmel ragten waren nur noch Baumstümpfe zu sehen. Ich war geschockt. Das würde Sirala sicher nicht gefallen. Und wahrlich, sie tobte vor Wut, dass konnte ich an ihrer Handschrift erkennen, mit der sie auf meinen Brief antwortete.

Wir hatten uns daraufhin verabredet. Dieses Gesindel musste aus dem Eschental vertrieben werden. Und so trafen wir uns in Astranaar und machten uns auf den Weg gen Osten. Unsere Säbler peitschen den Weg entlang. Sie wirkten genauso wütend wie ihre Reiter. In sciherer Entfernung vom Holzfällerlager ließen wir unsere Säbler frei und pirschten an die ersten Wachen heran. Je weiter wir ins das Lager vordrangen, desto deutlicher wurde das Ausmaß der Zerstörung, die von den Orcs über das Land gebracht wurde. Und es waren viele Orcs, die gekommen waren. Soviele, dass es sinnlos war weiter durch ihre Reihen zu schleichen. Gemeinsam mit Sirala schickte ich Orc für Orc in die ewigen Jagdgründe. Immer auf der Suche nach unseren drei alten Bekannten. Doch sie waren nicht unter den Holzfällern zu finden. Plötzlich zog eine nähernde Maschine unsere Aufmerksamkeit auf sich. Mit einem rotierendem Sägeblatt schritt sie durch die gerodete Lichtung.Unmöglich, dass dies das Werk von Orcs ist, waren Sirala und ich uns einig. Nachdem wir einsehen mussten, dass es sinnlos war die schier unendlich wirkende Masse an Holzfällern zu bekämpfen machten wir uns auf zum Hauptquartier des Lagers. Sirala, die von mal zu mal wenn wir uns trafen, flinker mit ihrem Bogen umging schoß den Weg bis zum Eingang frei. Die Orcs, die das Hauptquartier bewachten wirkten weit grimmiger und gefährlicher, doch gemeinsam kämpften wir uns bis ins Innere hervor. In blinder Wut wurde alles, was uns über den Weg lief zu Boden geschickt. Im Innenhof dann, blickten Sirala und ich uns verdutzt an. Kriegsmaschinen. Dort standen Kriegsmaschinen. Katapulte und andere Gerätschaften. Wofür brauchten die Orcs Kriegsmaschinen im Eschental? Wir mussten sie zerstören und ihr Vorhaben durchkreuzen. Doch wie? Sirala schmunzelte, als ich mein Feuerzeug aus der Tasche zog. Ein Drehen an einer gewissen Schraube, die, wie mir von einem Gnom erklärt worden war, die Flammengröße reguliert und.... nichts geschah. Keine Flamme. Doch so schnell wollten wir nicht aufgeben. Sirala hielt die Orcscharen, die auf den Angriff aufmerksam gemacht worden waren mit ihrem Tiger im Schach. Mir war eine Idee gekommen, doch ich musste schnell sein. Ewig würde sie die Orcs nicht aufhalten können. Mit zwei Fässern voller Rum, die ich in einem Gebäude gefunden hatte stoß ich wieder zu ihr. Und auch wenn der Rum der Orcs zum Trinken wohl nicht geeignet ist, brennen tut er. Ich schüttete ein Fass über den Maschinen aus und entzündete einen in Rum getränken Lappen in einer nahen Kohlenpfanne. Mit einer rießigen Stichflamme fing die erste Maschine Feuer. Die Überraschung der zurückweichenden Orcs bot uns die Gelegenheit durch ihre Reihen zu schlüpfen. Sogar eine Schmiede hatten die Orcs errichtet. Meine Begleiterin löschte diese mit ausreichend Wasser ab. "Das wird sie aufhalten.", hatte sie gesagt. Und dann die nächste Überraschung. Einem Kurier, dem wir auf dem Rückzug begegneten nahmen wir einen Brief ab. In ihm eine Zeichung. Nach anfänglicher Irritation, was diese zu bedeuten hatte wurde es mir dann schlagartig klar. Waldeslied. Die Zeichnung zeigte den Grundriss von Waldeslied. Planten die Orcs einen Angriff? Im Eiltempo zog es Sirala und mich nach Waldeslied. Wir mussten die Bewohner warnen. Wir mussten Verstärkung rufen. Als wir dem Greifenmeisterpaar den bevorstehenden Angriff schilderten und sie von der Möglichkeit der Verteidigung überzeugen konnten, schickte der Greifenmeister einen Greifen nach Astranaar um Hilfe zu erbitten. Und ich, ich sitze nun auf einem Greifen in Richtung Teufelswald. Die Furbolgs der Holzschlundfeste, mit denen ich im Laufe der Jahrzehnte ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut hatte, sind vielleicht die letzte Hoffnung, die Waldeslied bleibt. Und auch ihnen kann nur daran gelegen sein den Vormarsch der Orcs zu stoppen.
Beitrag #553 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Wo war ich? Ich lag auf einer notdürftigen Pritsche. Über mir schaukelte eine Lampe hin und her.
Diese Fragen schoßen mir in den Kopf, als ich aufwachte. Ich wollte mich auf die Seite drehen um mich aufzurichten, doch ein starker Schmerz stoppte dieses Vorhaben. Mein Arm! Was war mit meinem Arm?

"Ruhig bleiben. Nur eine weitere Schusswunde in deiner Sammlung", sagte eine Stimme hinter mir.

Sie war mir vertraut. Doch wie konnte es sein? Ich war doch gestern abend in Sturmwind gewesen. Bei Rhea. Doch was war passiert? Und was hatte er damit zu tun? Was hatte er in Sturmwind zu suchen? Als ob er meine Gedanken lesen könnte, legte sich mir von hinten eine Hand auf die Schulter.

"Diese beiden Zwerge, sie schaden uns. Diese Tölpel lassen uns noch auffliegen."

Plötzlich fluteten viele viele Bilder meinen Verstand. Zwei Zwerge hatten Rheas Laden überfallen. Und auf ihn geschossen. Zu gerne würde ich diesen beiden Stümpern mal in einer dunklen Gasse begegnen. Aber in diesem engen Laden waren sie klar im Vorteil.
Rhea hatte sich rührend um mich gekümmert. Sie hatte mir sogar einen Trank gebraut, der meinen Blutverlust zunächst ausglich. Dann holte mich eine weibliche Stimme aus meinen Gedanken.

"Jetzt schuldest du mir schon zwei Flaschen vom besten Whiskey den du auftreiben kannst. Noch einmal flicke ich dich sonst nicht zusammen."

Der Satz endete mit einem vertrautem Lachen. Zu ihr war ich von Rhea aus gegangen, Oder eher gestolpert. Sie war die Beste, wenn es darum ging jemanden ohne Fragen wieder auf die Beine zu stellen. Langsam half sie mir mich aufzurichten. Sie reichte mir einen Trank, der violett vor sich hinblubberte.

"Der wird gegen die Schmerzen helfen. Du Weichei fängst ja sonst noch an zu heulen."

Dieser verbalen Stichelei folgte ein sanfter Ellenbogen in die Seite. Meine Gedanken schweiften wieder davon.

Was war mit mir los? Ich ließ mir von Kleinganoven eine Kugel verpassen. Ich war unvorsichtig geworden. Ich musste wieder Abstand gewinnen. Doch erst musste ich dafür sorgen, dass diese beiden Zwerge zur Rechenschaft gezogen werden. Das war ich Rhea - und mir selber - schuldig.

"Rache. Dir sinnt es nach Rache? Werde nicht albern. Die beiden sind weit unter deinem Niveau. Deine Tarnung ist zu wertvoll, als sie zu riskieren.", unterbrach er mich. Es war bemerkenswert. Fast als könnte er meine Gedanken lesen.

Ich biss mir auf die Lippe. Er hatte Recht, dass war es nicht wert. Aber so wollte ich es nicht enden lassen.

"Aber sei unbesorgt. Diese beiden Zwerge sorgen für zuviel Aufmerksamkeit. Noch mag die Stadtwache nicht reagiert haben, aber das letzte was wir brauchen können, sind verstärkte Patrouillen. Es wird noch heute ein Kopfgeld ausgesetzt."

Wie aus einem Reflex schnappte ich nach der Münze, die von ihm in die Luft geschnipst wurde. Ich öffnete die Hand um die Münze zu betrachten, doch ich wusste bereits, was sie zeigen würde. Ein breites Grinsen schmückte meine Gesicht, als ich den zertrümmerten Schädel sah, der mich von der Münze aus anlachte.

"Wer Wind sät, wird Sturm ernten."
 
Beitrag #886 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Wo war er bloß noch? Wo war dieser verdammte Stein? Ich ging immer wieder die Mauer am Fuß der Hafenmauer entlang. Da! Zielstrebig ging ich auf einen Stein zu und klopfte an ihm. Wieder nicht. Gefrustet ließ ich mich auf den Boden sinken. Mein Blick wanderte in die Ferne und auf den Leuchtturm, der den Hafen mit seinem Leuchtfeuer wollig warm erhellte. Ich schloß die Augen. Die salzige Meeresluft durchstömte meine Nase.

Es hatte alles so gut geklappt. Wenn es darum ging einen Plan zu entwickeln war er einfach unschlagbar. Seine Kreativität habe ich schon immer bewundert. Aber dieses mal, dieses mal hatte er sich selbst übertroffen. Zum Glück war ich es nicht gewesen, der in das kalte Nass steigen musste. Nein. Meine Fähigkeiten lagen woanders. Ich schaute auf meine Finger und spielte ein wenig mit ihnen herum.

"Jeder andere hätte danach wohl einen Knoten in den Fingern gehabt.", hatte mein Vater früher immer gesagt.

Ich griff in meinen Beutel und holte ein Paket heraus. Es war in ein Tuch eingeschlagen. Langsam öffnete ich das Tuch und betrachtete das Stück Kunst, dass Sturmwind in Aufregung versetzt hatte. Ich war immer wieder verwundert, wie schnell sich Gerüchte ausbreiteten. Nur dass es sich dieses Mal um die Wahrheit handelte. Ich schmunzelte. Nun gut, zumindest fast um die Wahrheit. Man sprach von riesigen Rubinen. So groß, wie die Welt sie noch nie gesehen hatte.
Mein Blick wanderte auf das Tuch. Sicher waren die Steine eine Menge wert, aber in der Stadt wurden sie von Gespräch zu Gespräch immer und immer größer. Als sich Schritte näherten wickelte ich die Statue hastig ein und versteckte mich im Schatten eines Katapultes. Zwei Händler kamen den Weg entlang gelaufen. Ich schnappte einige Wortfetzen ihrer Unterhaltung auf.

"Nächste Woche ... Ladung Goldbarren ... ibecken."
"Ar......en? Beste Qualität also.... Lieferung ... riskant? Gerade jetzt."


Ich schmunzelte. Goldbarren, gute Qualität. Der Ausflug zum Hafen hatte sich jetzt schon gelohnt.

"... Gauner ... nichts davon ... denken ... Lieferung per Schiff kommt."
"...Weg über die Straßen schicken? Abwegig. Niemals!"
"...bescheuert aus? ...Tiefenbahn gemietet ...  Nähe meines Goldes kommen."

Da wäre ich mir nicht so sicher dachte ich mir. die Händler entfernten sich. Ich drehte mich herum um meinen Beutel zu nehmen und zu gehen. Ich hatte schließlich einiges vorzubereiten. Er wird sicher vollkommen begeistert sein von der neuen Gelegenheit. Mein Blick fiel beim Aufstehen auf einen der Steine, der ein Stück aus der Mauer ragte. Ich klopfte darauf und hörte das vertraute Geräusch. Ich zog den Stein heraus und griff in die kleine Grube, die hinter dem Stein ausgehoben wurde. Meine Finger umfassten eine Münze. Ich zog sie hervor und grinnste.

"Wer Wind säht, wird Sturm ernten." , hatte ich gesagt.

Die Münze zeigte einen Totenkopf. Das die Ernte so schnell kam, überraschte mich. Aber es freute mich auch. Einen der beiden Zwerge musste es erwischt haben. Ich tastete in der Grube nach einer zweiten Münze. Vergeblich. Egal, dachte ich mir. Der zweite dieser Zwerge wird sich wohl in einem Erdloch verkriechen Wenn nicht, wird die zweite Münze sehr bald hier liegen.

Mit den Gedanken beim Gold schlenderte ich aus meinem Versteck. Ich schaute mich um. Ich fühlte mich beobachtet. Schon in der Stadt war es mir so vorgekommen, als hefteten ständig Augen auf mir. Dieser Angler war ihm auch verdächtig vorgekommen. Ständig übersah er es, wenn sein Köder wackelte, als wäre er mit seinen Gedanken woanders gewesen. Ich musste also immer die Augen offen halten. Gerade jetzt. Der Verlust hatte uns zwar enger zueinander gebracht, aber die Lücke klaffte unübersehbar zwischen uns. Keiner war so gut wie sie darin gewesen Ziele zu finden. Und diese auszusionieren. Sie war es schließlich gewesen, die uns auf die Statue gebracht hatte, ehe sie am Strand des Schlingerdorntals von Trollen entführt wurde.  So schwer ihr Verlust auch war, wir mussten einen Ersatz finden. Und ich hatte auch schon genau die richtige Idee.

 
Beitrag #940 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Die Lieferung war gerade in unserem Versteck angekommen und Gregory war im Hintergrund damit beschäftigt Anweisungen zu geben.

„Wie oft soll ich das noch sagen? Nicht mehr als drei Reihen übereinander!“

Ich drehte mich auf meinem Stuhl herum und betrachtete zufrieden das goldene Leuchten. Schon immer zog der Glanz des Goldes Menschen, Zwerge, Elfen und alles andere Gebein in seinen Bann.

Mit einem Lächeln im Gesicht wandte ich mich wieder meinem Gesprächspartner zu. Mit einem tief ins Gesicht gezogenem Hut saß mir Iks gegenüber. Mit gewohnt ruhiger Stimme begann er zu reden.

„Glücklicherweise hat sie es nicht versaut.“

Er war skeptisch gewesen, als ich vorgeschlagen hatte Rhea in unser Geheimnis einzuweihen. Auch die gelungene Vorstellung auf dem Staudamm hatte seine Meinung wohl noch nicht geändert. Seine Stimme wurde leicht zornig.

„Einen Wächter in ein Huhn verwandeln? Sind wir hier etwa auf dem Jahrmarkt? NEIN!“

„Sie hat ihre Aufgabe erfüllt, auf welche Weise auch immer.“, versuchte ich ihn zu beschwichtigen.

Erbost schlug er auf den Tisch.

„Sie hätte unseren Plan fast ruiniert!“, polterte er weiter, „ Und sowieso, wer sagt, dass sie nicht schon in aller Welt mit ihrer Tat herum geprahlt hat?“

 „Mister Iks!“, schallte es durch den Raum, „komm`se mal her.“

Iks erhob sich aus seinem Stuhl und ließ mich dabei nicht aus den Augen.

„Wir sind hier noch nicht fertig!“

Mein Blick fiel auf das halbgefüllte Glas, das vor mir auf dem Tisch stand.  Der Geruch des Rums stieg mir in die Nase.  Ich nippte lustlos an dem Glas und nahm einen kleinen Schluck. Der Rum brannte in der Kehle. Er wärmte von innen hinaus. Meine Gedanken kreisten immer um ein und dasselbe Thema.

Ist sie die richtige? Habe ich mich vielleicht in ihr geirrt? Was beschäftigte sie?“

Ich wehrte mich gegen den Gedanken. Rhea hatte ihre Aufgabe gut erledigt. Sie blühte in ihrer Rolle geradezu auf. Aber trotzdem blieben letzte Zweifel. Irgendetwas stimmte nicht.

Es hat doch geklappt! Aber wie? Ein Truthahn?!“

Ein Grinsen huschte durch mein Gesicht, als ich an den Truthahn denken musste.  Das letzte Geschäft hatte eine Menge eingebracht. Aber auch für einiges an Aufsehen gesorgt. Selbst die Zeitung hatte darüber berichtet.

„Ob es ihr gut geht? Kann sie dem Druck standhalten? Erzählt sie wohlmöglich jemandem davon?“

Ein vehementes Kopfschütteln begleitete meine Gedanken. Ich konnte mich nicht dermaßen in ihr geirrt haben. Trotzdem musste ich herausfinden, was sie beschäftigte. Eine Ablenkung könnte sehr schnell schlecht für das Geschäft werden.

„Wieso will sie Sturmwind so rasch verlassen? Wovor flieht sie? Ohne auch nur nach dem Gold zu fragen.“

Ich konnte es selber kaum fassen, aber ich machte mir tatsächlich Sorgen um Rhea. Ihre forsche Art, ihr frischer Verstand und die unbändige Neugier erinnerten mich an mich selber. Ich sollte besser ein wachsames Auge auf ihre Rei...Flucht werfen. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei.

„Eine Suche mit einer Untoten?“

Verachtung spiegelte sich in meinem Gesicht wieder.

„So ein kleines Abenteuer wird sicher ganz lustig.“

Ich hob mein Glas an die Lippen und leerte es in einem Zug.

„Was tut man nicht alles für ‚Arbeitskollegen‘....Was tut man nicht alles für Freunde...“
Beitrag #1178 erstellt am: / Zuletzt geändert am: