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Blut ist dicker als Wasser

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,,Du wirst tun, was ich Dir sage junger Mann!´´ Diese Worte hallen noch immer in dem Kopf des jungen Blutelfen. Sein Blick ist ernst, als er den Kopf hebt und über das lodernde Lagerfeuer hinweg auf die dunkle See blickt. ,,War es die richtige Entscheidung fort zu gehen? War es falsch mich meinem Vater zu wiedersetzen? ´´ Fragen über fragen quälen den jungen Blutelfen seit Monaten. Und doch ist er sich gewiss immer die Antwort darauf zu kennen. ,, Ja, fortzugehen war das was Ich tun wollte.´´ Sein Vater hatte andere Pläne mit Ihm. Er sollte als Sohn eines Blutritters, den eben selbigen Weg gehen und nach Abschluss seiner Ausbildung zum Paladin, dem Orden von Silbermond beitreten. Sein Vater selbst hätte Ihm sein Siegel weitergegeben. Doch der Blutelf entschloss sich anders. Eines Nachts, als die Eltern schliefen, griff er unter sein Bett und zog den Rucksack hervor, den er schon seit Monaten immer wieder packte und doch wieder entleerte. Doch dieses mal nicht, sein Entschluss stand fest. Sein bester Freund und er, teilten die selben Pläne. Abhauen, Verschwinden. die Welt auf eigene Faust erkunden und diesem Alptraum entfliehen. Der junge Blutelf Thalion war sein bester Freund. Ein Mittelschicht Typ, dessen Eltern Jäger und Lederer waren, verboten dem jungen immer wieder mit den Elfen der Oberschicht zu spielen. ,,Ein gewöhnlicher Jägersjunge spielt nicht mit einem Sohn des Ordens Thalion, Wir sind denen nicht gut genug.´´ tadelten Ihn seine Eltern immer wieder und wieder. Heute lachen die beiden darüber und sind sich sicher, bisher und auch in Zukunft nicht einen Moment zu bereuen, fortgegangen zu sein. Thalion kahm zurück zum Feuer des kleinen Lagers und trat, etwas außer Atem, die Glut ins Wasser. Er zog den jungen Elfen, welcher noch immer in Gedanken versunken war, hoch und schüttelte Ihn kurz. ,,Wir müssen weiter, Ich sah Späher der Menschen auf der anderen Seite des Waldes. Hörst Du mich ? Träumst Du schon wieder ? Oh man Arkon...

Die Idee...

Arkon und Thalion sind zwei junge und kräftige Blutelfen aus Silbermond. Sie entflohen dem Willen ihrer Eltern, wollten Ihren eigenen Weg finden und hatten genug von der Schichtenteilung und den Regeln des tristen Alltags. Unter alten Freunden und jungen Blutelfen in Silbermond, finden sich einige Anhänger, die den Idealen der beiden beipflichten und sich auf die Suche machen, um sich Ihnen anzuschließen. In aller Munde ist der Mut von Arkon, dem jungen Paladin, der sich seinem Vater wiedersetzte und sich mit seinem besten Freund aufmachte, Abenteuer zu erleben. Die beiden haben das Ziel, Freigeister ihres Volkes, wie sie welche sind, zu finden um sich zusammenzuschließen für ein Leben in der Bruderschaft, in welcher egal ist, aus welchem Hause du kommst und welcher dein Weg hätte sein sollen. Nur Brüder und Schwestern sollen sie sein. Nichts darüber oder darunter. Keine Regeln sollen Sie halten müssen, die Ihrem freien Willen wiederstreben...

Der Fortschritt...

Arkon und Thalion sind derzeit in der Wüste von Tanaris angekommen. Zwei Wochen zuvor heuerten sie auf einem Transportschiff in Beutebucht an, um das große Meer zu überqueren, nachdem Sie sich wochenlang durch den Jungle des Schlingendorntals kämpften. Es ist Monate her, als Sie den Immersangwald verließen um Abenteuer zu erleben. Erst lachten Sie noch über die erlebten Abenteuer in einer Kneipe des Hafens von Beutebucht, nun durchqueren sie die staubige Wüste auf dem Weg, den großen Krater von Un´goro zu erforschen. Wenn sie müde sind, schlagen sie Ihre Zelte auf und entzünden ein Feuer. Wenn Sie hungrig sind, erlegt Thalion einen Kojioten. Wenn sie es nötig haben, nehmen Sie ein Bad in der Quelle eines Waldes. So erleben die beiden ein Abenteuer nach dem anderen und lernen Ihre Fähigkeiten zu nutzen um gemeinsam zu überleben. 

Man spricht derzeit über immer mehr junge Blutelfen, die sich auftun, nach Arkon und Thalion zu suchen und sich den beiden Freiheitskämpfern um Unabhängigkeit anzuschließen. Schon bald würde auf die beiden ein neues Abenteuer warten. Niemand weiß wohin sie gehen, Aber Die Alte Welt scheint Ihnen schon bald nicht mehr genug zu sein...


((OOC)) Der Aufruf...

Die Bruderschaft ist eine Rp-Gilde auf Hordenseite, der sich jeder anschließen kann, der interesse an Rp hatt und einen Blutelfencharakter besitzt. Die Idee dahinter ist die, dass Blutelfen eben etwas arrogant gegenüber anderen Völkern wirken und das so auch ausgespielt werden darf. Ich habe lange überlegt eine Altersgrenze für den Beitritt festzulegen, glaube aber das dass nicht nötig sein wird, solange alle im Rahmen des angemessenen sozialen Miteinander umgehen. Die beiden Hauptcharaktere werden noch eine ganze Weile unterwegs sein. Hier hoffe Ich, an gewissen Stellen auf neue Interessenten zu treffen und bedanke mich schon jetzt für die wachsende Begeisterung mancher Spieler. Eine Bruderschaft lebt davon, dass jeder seiner Schwester und seinem Bruder am nächsten ist und die Gemeinschaft sich als Familie betrachtet. Party´s, gemeinsame Abenteuer und die ein oder andere tragische Romanze, darf dabei natürlich nicht fehlen... ;-)


PNAADEZMH: (Persöhnliche Notiz An Alle Die Etwas Zu Meckern Haben): Macht mit, oder lasst es sein. Die ständigen Disskusionen sparen wir uns an dieser Stelle. Ich ändere das Konzept gerne geringfügig ab, sofern die Vorschläge mir gefallen oder sie für mich einen Sinn ergeben. Jeder ist herzlich eingeladen an unserem Gilden Rp teilzunehmen. 

D.





 
Beitrag #1577 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Die Reise geht weiter...

Nach der Ankunft der beiden Blutelfen im Krater von Un´Goro, erreichten sie schon bald das Basislager im Nördlichen Teil des Kraters. Nach einer etwas durchzechten Nacht am Lagerfeuer und sehr wenig Schlaf, machten Sie sich auf, den Feuersäulengrad zu erforschen. Es vergingen einige Tage, in denen die beiden sich durch das Unterholz des Jungel´s kämpften. Nach nun mehr als zwei Wochen, verliesen Sie das Territorium von Un´Goro wieder in Richtung Tanaris. Nachdem beide Ihre Vorräte auffüllten und sich von neuen Bekanntschaften in Gadgezahn verabschiedeten, machten Arkon und Thalion sich auf den Weg zurück nach Ogrimmar. Viel hatten die beiden Elfen in letzter zeit erlebt und noch mehr sollten Sie schon sehr bald erleben dürfen...

In Silbermond spricht man über seltsame Ereignisse. Immer mehr junge Blutelfen verschwanden über Nacht um sich aufzumachen, sich der Bruderschaft anzuschließen. Eine kleine Gruppe von vier Elfen gründeten eine Reisegemeinschaft um nach Ogrimmar aufzubrechen...
Beitrag #1586 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Nach bisher gescheiterten Versuchen gibt es abermals eine kleine Gruppe welche plant Silbermond zu verlassen um nach Orgrimmar zu Reisen, wo es hieße, dass die Blutelfen die allen Regeln trotzen zurzeit ihr Leben genießen.

Es geht ein Flüstern herum, dass sich diesen Mittwoch, den 23. April Elfen in der achten Abendstunde treffen um es gemeinsam zu wagen
Geplant wäre es, die Translotationskugel im Sonnenzornturm zu verwenden um nach Unterstadt zu gelangen und von dort mit dem Flugschiff nach Orgrimmar weiter zu reisen.
Doch viele Eltern und Meister der vielen jungen Blutelfen treffen ebenso Vorkehrungen dies zu unterbinden.

Nur wenige hörten, dass das Treffen in der Mördergasse stattfindet!


Edit: Leider kommt mir heute meine Arbeit dazwischen und ich kann das RP nicht anführen
vlt finden sich dennoch ein paar interessierte, jedoch bezweifle ich das leider
Werde demnächst einen neuen Termin bekannt geben - da ich aber dienstpläne immer erst eine Woche vorher sehe wird es immer kurzweilig (und ist leider nie zu 100% sicher -.-)
Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, gleichgültig welcher Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit. - Albert Camus
Beitrag #1617 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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"Sieh an, sieh an..."

Die zierliche, fast dünne Gestalt der Sin'dorei zuckte so heftig zusammen, dass ihr beinahe die Kupfermünzen aus der Hand fielen. Mit einer hektischen Bewegung schlossen sich die Finger um die spärliche Ausbeute, ehe sie sich mit einer ebenso fahrigen Bewegung umdrehte. Diese Stimme - sie hätte sie überall erkannt...

Vor ihr stand - wie erwartet - ein junger Mann, etwa in ihrem Alter. Das rote lange Haar war zu einer ordentlichen Zopffrisur zusammen gefasst und glänzte unter den warmen Strahlen der Nachmittagssonne. Ebenso wie die Frisur erschien auch alles andere an ihm ordentlich, gepflegt und edel. Ein Erscheinungsbild, wie sie es wohl kaum abliefern konnte. Jedenfalls nicht mehr.


"Rianwynn", fuhr ihr Gegenüber fort, während sie versuchte, mit einer beiläufigen Handbewegung das Kupfer in der Tasche ihrer abgewetzten Lederhose verschwinden zu lassen. "Was für ein Zufall..."

"Zufall?", unterbrach sie ihn grob. "Wohl kaum. Ihr verirrt Euch sonst nie hierher. Was wollt Ihr, Raelen?"

Für einige Augenblicke, die Rianwynn nervtötend lang erschienen, betrachtete er ausgiebig seine sauberen Fingernägel. "Vielleicht wollte ich sehen, wie es meiner Cousine so geht?"

"Ich denke, ich bin nicht Eure Cousine", versetzte sie. Aus der eigentlich sanften Stimme war deutlich ein ablehnender und kalter Unterton heraus zu hören.

"Ach ja", antwortete ihr Gegenüber mit einem großmütigen Lächeln, während er endlich die Betrachtung seiner Finger abschloss und ihr mit einem herablassenden Blick seine Aufmerksamkeit schenkte. "Die Macht der Gewohnheit", seufzte er. "Immerhin ist es schwierig, mit dieser jahrealten Lüge aufzuräumen. Es sitzt einfach immer noch so drin, nichts für ungut."

Rianwynn ballte die rechte Hand so fest zu einer Faust zusammen, dass das Leder ihres Handschuhs hörbar knirschte. Er wagte es, nach allem, was geschehen war, hierher zu kommen und sie in heiterem Plauderton erneut als Lügnerin zu bezeichnen. Und das, obwohl es ganz eindeutig so war, dass er und sein Vater es gewesen waren, die sie um ihr Erbe betrogen hatten und nicht etwa umgekehrt...

"Ich habe gehört, dass du deinen Namen in 'Schattenblut' geändert hast", erzählte Raelen indes so unbekümmert weiter, als spräche er über das Wetter. "Gewagt... Und doch, auf der anderen Seite sehr passend für einen wertlosen Bastard, der von seiner Mutter in das Haus Sonnenblut eingeschleust wurde, um uns heimtückisch um unser Habe zu betrügen und obendrein..."

"Meine Geduld ist zuende, Raelen!", sagte sie sehr viel impulsiver und lauter, als sie es beabsichtigt hatte. "Sagt, was Ihr wollt und dann verschwindet wieder!"

"Das habe ich doch bereits", antwortete er ruhig. Allerdings war der Plauderton aus seiner Stimme gewichen. "Ich wollte nachschauen, wie es dir geht. Immerhin, da du nun nichts weiter als eine wertlose Streunerin bist, könnte es doch immerhin jederzeit passieren, dass dir etwas zustößt." Sein Blick wurde eisig kalt. "Und dein Tod würde niemanden interessieren. Das wäre doch ein wahres Drama, nicht wahr...?"

Ihre Gestalt spannte sich. Die rechte Hand wanderte ganz langsam hinter ihren Rücken, wo sich ihre Finger um den Griff eines leichten Wurfmessers schlossen. "Ist das eine Drohung?", fragte sie in ebenso eisigem Ton zurück.

"Nicht doch", erwiderte ihr Gegenüber, "es sit nur der Rat, darüber nachzudenken, ob es nicht besser wäre, Silbermond zu verlassen..."

Mit diesen Worten drehte er sich auf dem Absatz um und ging. Gelassen und von einer absoluten Überlegenheit überzeugt. Wie schnell man dieses trügerische Gefühl aus der Welt schaffen könnte, dachte Rianwynn. Der Griff des Messers in ihrer Hand fühlte sich vertraut an, irgendwie tröstlich. Fast, als wolle es sie ermutigen, es zu ziehen und zu werfen.

Rianwynn nahm die Hand wieder herunter, während sie ihrem Cousin dabei zusah, wie er um die nächste Ecke verschwand. Ihre Zeit würde kommen, sagte sie sich. Irgendwann würde sich dieser ganze großartige Betrug aufklären. Und dann wollte sie ihr rechtmäßiges Erbe antreten ohne das Blut ihrer Familie an ihren Händen...



[Einige Tage später....]


Thelodien gehörte eindeutig zu den kuriosesten Gestalten, die Rianwynn jemals kennen gelernt hatte. Aber darüber hinaus war er auch eine der wenigen Personen, bei denen sie sich absolut sicher war, dass er sie niemals belog. Während sie die Nadel erneut durch das abgenutzte Leder ihrs Handschuhs stach, um eine aufgerissene Naht zu reparieren, sah sie ihm dabei zu, wie er an die Wand gelehnt da stand, und aus dem offenen Fenster hinaus auf die ruhigen Straßen der Stadt sah. Das weiße Hemd bis zum Hosenbund aufgeknöpft, die dunkelroten Haare zu einem abenteuerlich aussehenden Zopf zusammen gebunden. Er blies eine Rauchwolke in den nächtlichen Himmel, bevor er etwas Asche von seinem Rauchkrautröllchen schnippte.

"Der Auftrag lohnt sich, Rian..."

"Vergiss es", lehnte sie ab.

"Meine Auftraggeberin zahlt verdammt gut dafür", betonte er zum mindestens fünften Mal seit sie dieses Gespräch begonnen hatten, und stieß sich von der Wand ab, um ihr seine Front wieder zuzuwenden und einige Schritt weit ins Zimmer zurück zu kommen. "Ich weiß, dass du das kannst. Du wirst diesen Auftrag ebenso einfach erledigen, wie alle anderen zuvor auch."

"Au, verdammt", fluchte sie, als sie sich mit der Nadel in den Finger stach und sich gleich darauf eben jenen in den Mund steckte. "Fie Frage ift, ob if ef überhaupt will!"

"Aber warum denn nicht", fragte Thelodien in einem Ton, der völliges Unverständnis auszudrücken versuchte und machte es sich neben ihr auf der zerschlissenen Decke bequem, die derzeit ihre Schlafstatt darstellte. "Sieh mal, es ist..."

"Ich bin keine Mörderin, Thelodien!", sagte sie heftig, nachdem sie den Finger aus dem Mund genommen hatte. "Die Sache ist einfach eine Nummer zu groß für mich!" Bevor er etwas weiteres erwidern konnte, fügte sie etwas nachdenklicher hinzu: "Außerdem weiß ich nicht, wie lange ich noch hier sein werde. Ich werde Silbermond wohl verlassen müssen."

Thelodien zog überrascht eine Braue hoch. In kurzen Sätzen erzählte Rianwynn ihm von dem Gespräch mit ihrem Cousin, woraufhin er nachdenklich den Kopf hin und her wiegte. "Ich glaube, ich habe da genau das Richtige für dich! Ich habe da nämlich etwas gehört..."

Natürlich hatte er etwas gehört. Thelodien wusste immer über alles genaustens Bescheid, was sich in Silbermond ereignete. Er musste tausende von Kontakten haben, die alle sehr gewissenhaft arbeiteten.

"Es gibt da neuerdings eine Art... naja, ich weiß nicht, wie man es nennen soll", druckste er etwas herum. "Es geht um ein paar junge Blutelfen, die versuchen, wider aller Regeln außerhalb von Silbermond ihr Glück zu machen..."

Rianwynn setzte sich etwas aufrechter hin. "Ach, was du nicht sagst. Und weiter?"

Thelodien stützte sich mit einem gewinnenden Lächeln auf seinen Ellenbogen auf. "Keine Information ohne Bezahlung."

Rianwynn seufzte etwas genervt. "Du weißt sehr genau, dass ich derzeit kein Geld habe!"

Auf dem Gesicht ihres Gegenübers machte sich ein ebenso laszives wie herausforderndes Lächeln breit. "Wer spricht denn von Geld..?."
Realität ist nur ein Mangel an Rollenspiel.
Beitrag #1650 erstellt am: / Zuletzt geändert am:


Das Haus ist dunkel, als Narfien Nasher das Haus betritt. Sein Stiefel tritt auf etwas und es knirscht.
Langsam und leise murmelt er in seinen Handschuh und über den Fingerspitzen beginnt ein kleines, kaltes Licht zu glimmen.
Nur langsam lässt sich die Dunkelheit aus dem Raum vertreiben und offenbart seinen verengten Augen das Ausmaß der Zerstörung.
Unter seinem Stiefel liegt das geborstene Glas eines Fensters und die Nachtluft spielt mit dem Vorhang ein bizarres Spiel.
Alle Bücher sind aus den Regalen gefegt worden und liegen chaotisch, teilweise zerfetzt auf dem Boden herum. Ein Kampf musste hier getobt haben.
Narfien ergreift mit der anderen Hand seinen Zauberstab und macht einige vorsichtige Schritte weiter in den Raum hinein.
Hinten an der Wand zeichnet sich etwas verkrümtes ab, Vorhänge und abgerissene Banner liegen darauf und versperren Narfiens Augen die Sicht.
Mit zitternden Fingern lenkt er den kleinen Lichtschimmer darauf und das Entsetzen fährt ihm ins Gesicht.
Ein Hastiger Schritt nach vorne und seine Knie knicken ein wie trockenes Gras.
Seine Augen richten sich geweitet auf den Leichnam seines Onkels, dem Herren des Hauses Nasher, der ihm Mentor und Vaterersatz war.

Kein Laut kommt über seine Lippen...nur entsetztes starren.

Langsam richtet er sich wieder auf und prägt sich die Wunden des toten Onkels ein. "Ich weiß wer dies getan hat..." Flüstert er und dreht sich um.
Im Türrahmen hält er inne. "Ich werde nicht das nächste Opfer in dieser Fede werden und Silbermond verlassen."
Narfien lässt das Licht in seinen Fingerspitzen erlöschen und reisst sich den Familienwams von den Schultern. Mit hastigen Schritten eilt er in den Stall um seinen Schreiter zu satteln.
 
Beitrag #1731 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Die warme Luft und die von Blutgeruch getränkten Winde, die um seine Nase wehen, erleichtern die Anstrengung nicht wirklich. Seine Füße schleifen den zerschundenen Körper nur mühsam über den kargen Gesteinboden der trostlosen Landschaft. Roter Sand, überall. Offene Wunden und Schrammen zieren die Stellen seines Körpers, wo die Platte seiner schweren Rüstung nicht schützt. Arkon blickt auf und lässt seinen Blick zwischen den Monden und dem Lichterspiel am Himmel schweifen, ehe er das Glimmen einer Feuerstelle entdeckt. Thalion scheint schon etwas erlegt zu haben. Der Geruch von gebratenem Fleisch steigt Ihm in die Nase und sein Magen knurrt. Am Lager angekommen, lehnt er sein Schwert und seinen Schild an einen kleinen Holzstumpf und lässt sich am Feuer nieder. Die Reise scheint nun schon ewig anzudauern und er vergisst mittlerweile schon beinahe gänzlich die grünen Wiesen des Immersangwaldes. Der Geruch frischer Winde und das Rauschen eines Baches, sind Dinge, die Ihm gerade schwer vorzustellen möglich sind. Thalion hatte seinen Zopf geöffnet und seine Haare lagen nur über eine Seite der Schulter. Er wendete ein großes Stück Fleisch, aufgespießt auf einem Pfeil, hin und her, während auch sein Blick etwas erschöpft in die Glut gleitet. Arkon ließ sich zurückfallen und starrte in den Bunten und schimmernden Himmel der Höllenfeuerhalbinsel. Die Scherbenwelt ist also das Zuhause der Orc? Die brennende Legion schien viele Spuren harter und langer Schlachten hinterlassen zu haben, ehe Sie die Grünhäuter von hier vertrieben. Vor knapp 3 oder vielleicht schon 4 Wochen, gingen Sie durch das dunkle Portal, eine neue Welt zu entdecken, Neuland zu finden. Wie gerne wäre Arkon jetzt in einer Taverne in Ogrimmar und würde bei Wein und Musik seine Füße hochlegen, gekleidet in frischer Montur, zusehend wie junge Damen sich rythmisch bewegen. Aber das ist nunmal nicht sein Ideal. Er und Thalion sind noch lange nicht am Ende Ihrer Reise. Es ist vielleicht erst der Anfang, vielleicht ist all das was sie gesehen haben, erst ein bruchteil von all dem, was noch auf die beiden wartet. Ehe Thalion seinem Freund einen Fetzen Fleisch reichen kann, ist Arkon schon eingeschlafen...

In Silbermond haben die Unruhen eine neue Stufe erreicht. Der Orden der Blutritter hatt angeordet Silbermond abzuriegeln. Heimliche Treffen unter aufständischen Sindorei, wurden verboten. Immer mehr Blutelfen lehnen sich auf, sich den Regeln des Palastes zu wiedersetzen. Häuser verschiedenster Familien beginnen sich zu attackieren, brandschatzen, morden sogar. Wieder war es eine kleine Bar in der Mördergasse, die als Obdach für ein heimliches treffen fungierte. Wieder waren es aufständische Sindorei, die den tristen und armseeligen Alltag satt haben. Arkon´s Aufstand, war mittlerweile mehr als nur eine Tat eines Missratenen Ordensjüngling. Er setzte ein Zeichen, als er sich weigerte seinem Vater in den Orden der Paladine von Silbermond zu folgen. Seine Heldenhafte Tat beeindruckte die jungen Sindorei zu Hunderten. Arkon und Thalion wissen derzeit noch nichts von der Schaar, die sich aufmachte um die beiden zu suchen und Ihnen zu folgen, in ein Leben von Unabhängikeit, Gleichheit und Freiheit...
Beitrag #1732 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Mit laut klopfendem Herzen drückt sich die zierliche Gestalt der Sin'dorei in den Schatten eines Hauseingangs, um dort mit dem selben zu verschmelzen. Das Scheppern von Plattenstiefeln auf dem Pflaster der dämmrigen Gasse wird laut, als die beiden Blutritter mit gezogenen Waffen aus dem Gasthaus stürmen, das sie selbst ebenso wie ihre Gesprächspartnerin zuvor fluchtartig verlassen hatten.

"Halt die Augen offen, sie müssen hier irgendwo sein!", hört Rianwynn einen ihrer Verfolger sagen.

Die Schritte kommen näher, langsamer jetzt. Irgendwo ganz in ihrer Nähe poltert es. Mit unendlicher Vorsicht und angehaltenem Atem lugt sie kurz um die Ecke. Einer der beiden Blutritter ist gerade dabei, äußerst rücksichtslos einen Stapel Kisten auseinander zu treten, während der andere die Straße im Auge behält. Rianwynn zieht den Kopf zurück und atmet tief ein und aus. Die Wand in ihrem Rücken fühlt sich kalt an. Ihre Gedanken rasen. Ihr Versteck ist mehr als schlecht gewählt. Dazu geeignet, zunächst außer Sicht zu sein. Aber spätestens, wenn sie den Hauseingang passierten, würden sie sie entdecken. Unweigerlich...

Während sie noch verzweifelt nach einer Möglichkeit sucht, ungesehen zu entkommen, öffnet sich unerwartet die Tür neben ihr. Lautlos gleitet das Holz nach innen. Aus dem dunklen Inneren des Hauses schießt eine Hand heraus und umfasst mit beinahe schmerzhaft festem Griff ihr Handgelenk. Eine weitere Hand legt sich über ihren Mund und ehe sie recht weiß, was geschieht, wird sie mit einem Ruck, der sie fast stolpern und stürzen lässt, in die rettende Dunkelheit hinter der Tür gezogen. Ebenso lautlos wie zuvor schließt sich die Tür wieder.

Kaum dass das Schloss mit einem leisen Geräusch einrastet, löst sich der Griff beider Hände von ihr. Verwirrt ringt Rianwynn nach Luft. Ihr Herz schlägt so schnell und hart, dass sie fast Angst hat, ihre Verfolger könnten es durch die Tür hindurch hören. Ihre Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit um sie herum und sie erkennt vage den Schatten einer anderen Person.


"Ihr habt vielleicht Nerven!", ertönt leise eine bekannte Stimme.

"Thelodien?! Was...?", beginnt sie perplex, aber ebenso leise. Sofort wird sie wieder unterbrochen.

"Schnell jetzt! Komm mit!"

Halb blind folgt sie ihrem unerwawrteten Retter durch einen Raum, der offenbar mit Kisten und anderem Gerümpel vollgestopft ist. Ein dunkler Flur und eine Treppe ins obere Stockwerk folgen. Im Raum, der sie am Ende der Treppe aufnimmt, ist es ebenso dunkel wie im Rest des Hauses. Rianwynns Herz scheint einen Schlag auszusetzten, als sie von unten hört, wie jemand gegen die hölzerne Eingangstür hämmert und mit befehlender Stimme Einlass verlangt. Thelodien flucht leise und fummelt an irgendetwas herum. Kurz darauf erklingt von der hinteren Raumwand her ein leises schabendes Geräusch.

"Hier entlang!", drängt er und schiebt Rianwynn durch die entstandene Öffnung hindurch. Kurze Zeit darauf erklingt das schabende Geräusch erneut. Das Klopfen, das von der Tür her zu ihnen herauf dringt wird erheblich leiser. Ein leiser, kratzender Laut erklingt, dann flammt das Licht eines angerissenen Schwefelhölzchens auf. Ein schneller Blick in die Runde verrät Rianwynn, dass sie sich in einem gemauerten Gang befindet. Hinter ihnen ist er durch eine Holzwand verschlossen. Thelodien nimmt eine Kerze von einem schmalen Sims an der Wand und zündet sie an, dann winkt er Rianwynn mit sich. Am Ende des Ganges schlägt er einen schweren dunklen Vorhang zur Seite. Gemeinsam betreten sie ein erstaunlich großes und nobel eingerichtetes Zimmer.

"Was ist das hier?", fragt Rianwynn leise, während sie sich umschaut.

"Ein Versteck", erklärt Thelodien das eigentlich Offensichtliche und stellt die Kerze auf dem Tisch ab. "Ich war gerade auf den Weg zu dir, als die beiden netten Herren das Gasthaus betreten haben."

Rianwynn wendet den Blick von den Wandbehängen und Sitzkissen ab und schaut ihn an. Hatte sie zuvor noch darüber geflucht, dass er zu spät war, so stellte sich diese Schlampigkeit nun als Segen heraus. "Du hast also alles mitgehört", vermutet sie.

"Ja", antwortet er. "Meine Güte, wie könnt ihr euch auch in einem Gasthaus treffen! Warum stellt ihr euch demnächst nicht gleich ein kleines Podest auf dem Basar hin!"

Rianwynn mustert ihn nachdenklich. Sie versteht nicht ganz, warum er sich so sehr darüber aufregt. Es war ausgeschlossen, dass er sich so etwas wie Sorgen um ihr Wohlergehen machte. Thelodien sorgte sich um niemanden, außer um sich selbst. Es sei denn, er versprach sich etwas davon...

"Sie haben die Stadt abgeriegelt", beginnt Rianwynn.

"Ich weiß. Aber der Plan mit dem Sonnenzornturm gefällt mir..." Er hatte tatsächlich alles mitgehört, stellt sie fest. "Ich könnte euch dabei helfen."

"Und was verlangst du dafür?", fragt sie etwas misstrauisch.

"Diesmal ausnahmsweise nichts", antwortet er zu ihrem Erstaunen. "Sagen wir einfach, es wäre in meinem Sinne, wenn die Wachen dort etwas... abgelenkt wären. Ich habe da auch schon so etwas wie einen Plan. Ich habe von einem Blutritter gehört, der verwerflicherweise eine Vorliebe für Blutdiesteln hat und in der letzten Zeit etwas schlampig mit seiner Bezahlung an denjenigen war, der sie ihm besorgt..."

"Wer niemand anderes als du bist", vermutet Rianwynn und streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht.

"Kann schon sein", schmunzelt ihr Gegenüber. "Ich denke, da ist der ein oder andere Gefallen fällig. Wäre doch wirklich zu schade, wenn der Orden von dieser beschämenden Vorliebe erführe, nicht wahr?"
Realität ist nur ein Mangel an Rollenspiel.
Beitrag #1735 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Die Zustände in Silbermond werden zunehmend schlimmer. Der Orden bewacht die Stadt mittlerweile wie eine Festung. Ein Eindringen oder gar ein Hinauskommen ist unmöglich geworden. Nachdem weitere Blutelfen verschwanden, entsandte der Palast Spähtrupps, welche den Immersangwald und die Geisterlande bis hin nach Unterstadt, durchsuchen.

Eine in Schatten getauchte Gestalt, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, betrat die Taverne. Er trat gerade aus auf den Tresen zu und lehnte sich dagegen. Seine große Gestalt ließ erahnen, das er kein Zwerg oder ein Mensch war. Für einen Tauren war er zu schlank. Er zog einen seiner Handschuhe aus und holte einen kleinen Umschlag hervor, den er auf das Holz des Tresens legte, als der Gastwirt auf Ihn aufmerksam wurde. Die blasse Hand schob den Umschlag von sich weg, der Goblin nahm ihn entgegen. Der kleine Wirt überflog die Zeilen und nickte dabei verstehend ab. Die Geste, die der Fremde machte, war klar zu deuten. Der Finger der sich auf die blassen Lippen legte, symbolisierte die Aufforderung, Stillschweigen zu bewahren. Wieder nickte der Wirt etwas eingeschüchtert. Der in schwarz gekleidete Fremde, verließ die Taverne zügig...

Zur selben Zeit trafen zwei weitere reisende Sindorei in Beutebucht ein und suchten die ansässige Taverne auf. Sie erfuhren dort nach einem längeren Gespräch mit dem Wirt, von einigen weiteren jungen Blutelfen, die ebenfalls auf der Suche seien. Der Goblin überreichte den beiden einen Brief, der Ihnen verriet, dass schon bald ein Treffen stattfinden würde, zu welchem jeder Blutelf eingeladen sei, der sich mit den selben Idealen und Absichten auf Reise begab um Silbermond und die immer weiter wachsenden Unruhen hinter sich zu lassen, wie einst Arkon es tat...





 
Beitrag #1736 erstellt am: / Zuletzt geändert am:


Der Hausherr von Silberstreif sitzt mit seiner Gemahlin bei Tisch, als ein Diener sich von hinten nähert und demütig seinem Herren etwas ins Ohr flüstert. Die Hausdame stochert gelangweilt in ihrem Essen herum.
"WAS?!" Seine Stimme donnert mit ihrem erschütternden Klang durch den Raum und die Hausdame läßt vor Schreck ihre Gabel auf den Boden fallen.
Ihr Gesicht ist bleich geworden und mit ängstlichen Augen starrt sie ihren Mann an.
Des Hausherren Faust ballt sich und schlägt auf den Tisch. Das Gedeck erzittert, so wie die Hausdame.
"Dein untalentierter Bruder ist aus der Stadt geflohen... Hast du was damit zu tun? SPRICH!" Die Adern an seiner Stirn sind pochend geschwollen. Die Hausdame versucht ihren Schreck zu überwinden und beginnt stammelnd: "Werter Gemahl...ich...ich habe nichts damit zu tun...n..noch wußte ich davon."
Der Hausherr erhebt sich von seinem Platz und geht seltsam lächelnd auf seine nun zitternde Frau zu. Er beugt sich vor ihrem blassen Gesicht runter. "Ach nein?" Seine Stimme verspottet sie. "Du...seine heißgeliebte Schwester, hast nichts damit zu tun?" Sie schüttelt hastig vor Angst ihren Kopf.
"Mein Liebes... mein Augapfel..." Seine Finger streicheln ihr über die Wange und ihre Haut erschaudert in Gänsehaut, seiner kalten Berührung. "Nichts hast du gewußt, nichts hast du gehört und das soll ich dir glauben... meine Liebste?" Der Hausherr holt aus und verpasst seiner Gemahlin eine klatschende Ohrfeige, ihr kunstvoll gesteckter Zopf löst sich und das schwarze Haar fällt in ihr Gesicht.
Der Hausherr wendet sich ab, kurz vor der Tür hält er inne, ohne sich um zu drehen. "Ich werde ihn jagen...Liebes... vergieße deine Tränen, denn bald wirst du die letzte aus der Blutlinie Nasher sein."
Die gepeinigte Hausdame sieht ihren Gemahl aus dem Zimmer schwinden. Ihre Finger legen sich zitternd an die geschundene Wange. Ihre Augen füllen sich mit heißen Tränen, aber sie weint nicht, sondern Hass funkelt in ihren Pupillen.
 
Beitrag #1737 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

[Game Master]
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Ihre Familie war mal wieder auf einem Jagdausflug. Zum Glück war sie endlich alt genug, um da nicht mehr mitgehen zu müssen. Sie, die "Entartete"…

Mit einem leisen "Tock" glitt die Messerspitze zwei Finger breit in das Holz. Rasch folgten drei weitere, und auch die fünfte schlug ein, ehe zwei Lidschläge vergangen waren. Trisha schüttelte leicht genervt den Kopf, steckte ihre beiden Kampf-Klingen zurück und nestelte an der Schlaufe der letzten Wurfdolch-Halterung. Die sass noch immer nicht richtig, das musste schneller gehen !

"Hey, Trisha… nicht schon wieder ! Lass meine Kisten in Ruhe, ja ? Hier stehen genügend Bäume herum, warum vertrödelst du deine Zeit nicht an denen ?"

Halis seufzte, nahm kopfschüttelnd eine Bürste vom Regal während Trisha ihre Dolche wieder an sich nahm und begann dann, Punkt und Kreis damit weg zu putzen.

"Die Zielscheiben der Waldläufer wären auch geeigneter, du kannst ja Degolien mal fragen, ob er dir eine borgt. Aber wenn ich dich hier noch einmal mit deinen Spielereien antreffe, werde ich die Dolche zu Gold machen und mir eine neue Kiste damit kaufen !"

Trisha lachte unwillkürlich auf.

"Weisst du überhaupt, wie Gold aussieht ?" , neckte sie den Händler – und eilte feixend davon, ehe er zu einer Antwort ansetzen konnte. Sie brauchte sich keine Sorgen zu machen. Noch nicht. Morgenluft war ein kleines, beschauliches Waldläuferdorf südlich von Silbermond, hier kannte nicht nur jeder jeden, jeder war auch mit jedem befreundet. Die unablässige Bedrohung, die von der Todesschneise aus ging, hatte die Sippschaften zusammengeschweisst.

Degolien schickte seine Truppen dort hin, wo sie gebraucht wurden. Und das wurden sie an vielen Orten. Jaela verteidigte eisern den Zugang nach Silbermond. Trishas Vater hatte schon häufig geäussert, dass ohne Jaela Silbermond wohl längst überrannt worden wäre. Der Orden der Blutsritter machte sich seit Wochen rar, ach was, seit MONATEN ! Irgend etwas war da im Gange. Man munkelte, in Silbermond brodle es. Tja…. VOR den Mauern auch !
Auch Sareyn, die den Weg nach Morgenluft von der anderen Seite bewachte, schlug immer wieder Alarm. Die kleine Siedlung war noch lange nicht sicher. Trotzdem war es hier in Trishas Augen viel zu langweilig. Zumindest für eine wie sie.

Sie umrundete das Gebäude und betrat das Gasthaus durch den Hintereingang. Misalis, die wohl geschwätzigste aller Sin'dorei, war wieder hier. Die Wirtin Marniel war bekannt dafür, dass sie sowohl mit Waren als auch mit Neuigkeiten handelte, und Misalis war eine ihrer treusten Zulieferinnen für letzteres. Auffälligerweise schien diesmal aber auch Ardeyn an ihrer Geschichte interessiert. Zumindest blickte er sie gerade fragend an und brummte ein fassungsloses "WIE bitte ?"

"Ja, Tatsache – man kommt auch nicht mehr dort hinein ! Stellt euch das vor, die haben Silbermond einfach abgeriegelt ! Kann ich hier bleiben, Marniel, bis diese Unruhen vorüber sind ? Das dauert sicher nicht lange, ein paar Tage vielleicht. Diese jungen Aufständischen werden sicher rasch zur Vernunft gebracht. Dafür ist die Wache ja da, nicht wahr ? Ich meine, es geht um Silbermond. Nicht um irgend ein verwahrlostes Dorf von knochigen Halsabschneidern, wie die da bei diesen….

Ah, kennst du den schon:


Was ist das Schönste an Unterstadt ?


Die Translokationskugel zurück nach Silbermond !"



Misalis kicherte, während Marniel über den ältesten aller Unterstadtwitze nur einen Mundwinkel leicht verzog und Aredyn sich schon wieder aus dem Gespräch ausgeklinkt hatte, wobei sein Blick doch nachdenklich Richtung Silbermond wanderte.

"Ja, ich mach dir oben ein Bett bereit, kein Problem…. Oh…. Hallo, Trisha ! Gut, dass du grad da bist…  – ich würde heute gerne Fisch anbieten, du hast sicher Zeit, ein wenig Angeln zu gehen ? Und falls du auf dem Weg über Erdwurzeln stolperst, die gehen auch zur Neige… Vielleicht findest du auch bei Tyniarrel welche, der ist sicher wieder bei Lord Saltheril."

Trisha nickte schweigend. Was blieb ihr auch anderes übrig ? Was als Frage getarnt war, war nichts anderes, als ein Auftrag. Schliesslich war sie hier so etwas wie das Mädchen für alles und hatte ja nichts anderes zu tun…. Sie konnte die schon fast mitleidigen Blicke fühlen, als sie nach ihrer Angel griff und sich auf den Weg machte. 'Wenigstens dafür ist sie zu gebrauchen...', äffte sie innerlich die vermuteten Gedanken der dreien nach und kickte wütend einen Stein zur Seite.

Ja. Wenigstens für Botengänge. Mehr lag für sie hier nicht drin. Nicht in Morgenluft, und wohl auch nicht in Silbermond. Irgendwie schien sie die Einzige zu sein, die mit diesem Makel geboren worden war. Wenn sie wenigstens mit dem Bogen hätte umgehen können, wäre vielleicht eine halbwegs taugliche Waldläuferin aus ihr geworden. Doch sie fand keinen Zugang zu dieser Waffe. Dieses endlose Stehenbleiben, Sich-Sammeln und Zielen… Das war einfach nichts für sie. Das dauerte alles viel zu lange. Ein Kampf war ja schliesslich kein Angelausflug !

Sie spazierte ein Stück dem Bach entlang, bis sie einen Fischschwarm entdeckte. Die nächste Stunde schweiften ihre Gedanken weiter und weiter. Zurück, und voraus. Vor allem voraus. Was sollte sie hier noch ? Was für eine Zukunft würde sie hier erwarten ? Sie musste weg von hier. Noch in dieser Nacht würde sie zum Anlegeplatz hinunter gehen und sich an Bord des nächsten Schiffes schleichen. Egal, wo es sie hinbringen würde, sie wollte einfach nur weg von hier, weg von dem Ort, wo alle sie kannten, wo alle um ihr Unvermögen wussten…

 
Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei. (Nikos Kazantzakis)
Beitrag #1742 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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„Raelen!“

Die Tür wurde unsanft aufgerissen und sein Vater stürmte herein. Erschrocken fuhr der junge Blutelf von seinem luxuriösen Bett hoch.

„Was ist denn der Grund für so einen Aufstand?“, fragte er sowohl leicht verstimmt, als auch etwas überrascht. Sein Vater sah sehr erzürnt aus, aber er war sich eigentlich sicher, dass er sich nichts hatte zu Schulden kommen lassen. Raelen setzte sich vollends auf, um sich kurz darauf träge und etwas steif zu erheben.


„Deine feine Cousine…! Ich will, dass du dich augenblicklich um die Sache kümmerst!“

Raelen blinzelte verwirrt. Was auch immer sein Vater von ihm verlangte, momentan sprach er in Rätseln. Sein Wutanfall hatte also irgendetwas mit Rianwynn zu tun, aber mehr konnte er sich aus seinen Worten nicht zusammen reimen.

„Verzeiht bitte, aber von welcher Sache reden wir hier eigentlich…?

Sein Vater fasste ihn scharf ins Auge. Sein Blick war prüfend und kühl, was seine ohnehin harten Gesichtszüge noch zu unterstreichen schien. Fast augenblicklich begann Raelen sich unter diesem richtenden Blick unwohl zu fühlen. Wie schon so manches Mal zuvor, so taten ihm die Initianden der Blutritter beinahe leid, die das Pech gehabt hatten, von Lord Sonnenblut ausgebildet zu werden.

Endlich wandte der Lord den Blick von seinem Sohn ab und ging zum Fenster, um hinaus zu sehen und einmal tief ein und aus zu atmen. Wohl, um seine Fassung zurück zu gewinnen. Nach einigen schweigsamen Sekunden sagte er dann ruhig, aber nicht mit weniger Hass in der Stimme:
„Ich habe gestern zwei Blutritter in die Mördergasse geschickt, um eine Handlangerin dieser Aufständischen zu schnappen. Rianwynn war ebenfalls dort.“ Er drehte sich um. „Sie hat offenbar Kontakte zu diesen törichten Narren!“

Raelen zuckte scheinbar gleichgültig die Schultern. „Was ändert das schon, Vater? Sie ist nichts weiter als eine mittellose Streunerin. Dreck, der es nicht Wert ist, da-….“

„Dreck, der diese ganze Sache auffliegen lassen könnte, wenn sie an die richtigen Leute gerät!“, unterbrach sein Vater ihn heftig. „Wenn dieser Aufstand ausufert und sie sich namenhafte Freunde macht, dann könnte es sein, dass sie es irgendwann schafft, zu beweisen, dass sie die rechtmäßige Erbin des Hauses ist!“ Raelen hatte den Mund geöffnet, um irgendetwas zu antworten, aber sein Vater ließ ihm nicht die Gelegenheit dazu. „Ich will, dass sie zum Schweigen gebracht wird! Für immer! Habe ich mich klar ausgedrückt?!“

Keiner von beiden bemerkte den Schatten, der sich kurz am Rande des Fensters bewegte und dann verschwand…
Realität ist nur ein Mangel an Rollenspiel.
Beitrag #1744 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Eine unheilschwangere Stimmung hatte sich im Raum breit gemacht, nachdem Thelodien ihr davon erzählt hatte, was vor nicht einmal ganz zwei Stunden einer seiner Spitzel – er nannte sie bevorzugt seine „Ohren“ oder auch „Augen“ – ihm zugetragen hatte. Natürlich hatte Rianwynn ein schlechtes Gefühl gehabt, nachdem Raelen sie vor etwas mehr als zwei Wochen wieder verlassen hatte. Aber insgeheim hatte sie sich eingeredet, dass sein Auftritt weniger dazu hatte dienen sollen, ihr tatsächlich zu drohen, als vielmehr dazu, seinen Sieg noch einmal auszukosten und sich selbst zu feiern. Ihr Plan, Silbermond zu verlassen, war eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Der Auftritt ihres Cousins war nichts weiter als ein Auslöser gewesen, der noch gefehlt hatte, ihrer Vergangenheit und dieser Stadt, die ihr nichts mehr zu bieten hatte, endgültig den Rücken zu kehren.

„Ich hätte nicht gedacht, dass Sarrain tatsächlich so weit gehen würde“, sagte sie leise und eher zu sich selbst.

„Tja“, antwortete ihr Gegenüber. „Dein Onkel muss zu ende führen, was er angefangen hat, wenn er nicht Gefahr laufen will, irgendwann aufzufliegen. Da hat er schon ganz recht.“

Unerwartet klopfte es an der Tür. Thelodien hob den Kopf, pustete eine Strähne seiner chaotisch aussehenden Frisur aus der Stirn und machte sich auf den Weg. „Warte kurz hier…“

Während sie hörte, wie er die Tür öffnete und leise mit jemandem sprach, atmete Rianwynn einmal beherrscht ein und aus. Ein ungutes Gefühl hatte von ihr Besitz ergriffen. Sie fühlte sich, als schwebe ein Schwert über ihr, das lediglich von einem Seidenfaden gehalten wurde, der nur darauf wartete, abreißen zu dürfen. Thelodien hatte gesagt, sie müsse die Stadt sofort verlassen, was bedeutete, dass sie keine Zeit mehr hatte, um auf weitere Nachrichten der jungen Frau zu warten, mit der sie sich im Gasthaus getroffen hatte.

Sie hörte, wie Thelodien zurückkam. Aber sie hörte auch, dass er nicht allein war. Da waren Schritte einer weiteren Person. Schritte, die laut und fest klangen. Ein leises rhythmisches Scheppern war zu hören, wie von … einer Plattenrüstung!

Als diese Erkenntnis Rianwynns Verstand erreichte, war es bereits zu spät. Thelodien trat in den Raum zurück, gefolgt von einem Mann, der unschwer als Blutritter zu erkennen war. Die schwarzrote Rüstung hätte sie überall erkannt. Es hätte des entsprechenden Wappenrocks nicht bedurft. Der Schreck der ersten Sekunde wurde begleitet von einem bitter schmeckenden Gefühl der Enttäuschung. Thelodien… Sie hatte ihm vertraut und er hatte sie verraten! Vermutlich hatte er mit ihrem Onkel gemeinsame Sache gemacht und sie absichtlich hierher bestellt! Mit einem gehetzten Blick suchte sie den Raum nach dem besten Fluchtweg ab.

Auf Thelodiens Gesicht machte sich ein alarmierter Ausdruck breit, als er ihre Reaktion bemerkte.
„Rian! Warte!“

Sie hörte überhaupt nicht zu. Ihre Hand griff nach einer teuer aussehenden Vase und schleuderte sie dem überraschten Blutritter entgegen. Sie musste ihn ablenken, wenn sie hier heraus kommen wollte! Fast zeitgleich erklang ein Fluchen ihres vermeintlichen Häschers. Sein linker Arm hob sich reflexartig, obwohl kein Schild daran befestigt war. Das Wurfgeschoss krachte gegen die metallenen Armschienen und zersplitterte.

„Rian!“, hörte sie Thelodien erneut eindringlich rufen, während sie bereits auf dem Weg zum einzigen Fenster im Raum war. Sie befand sich im zweiten Stock, aber es war die einzige Möglichkeit… „Halt! Er gehört zu uns! Er soll dich aus der Stadt bringen!“

Die Sin’dorei erstarrte mitten in der Bewegung. Einer ihrer Füße stand bereits auf dem Fensterbrett. Sie sah sich um. Der Mann, den ihr Geschoss getroffen hatte, befühlte gerade einen kleinen Schnitt auf seiner Wange. Eine der Scherben musste ihn verletzt haben. Aber er machte tatsächlich keine Anstalten, sie zu verfolgen. Rianwynn keuchte fassungslos.

„Würde es dir etwas ausmachen, mich das nächste Mal vorzuwarnen!“, fuhr sie Thelodien an. Ihre Hände begannen zu zittern nachdem nun alle Anspannung von ihr wich.

„Ich werde leider keine Gelegenheit mehr dazu haben, Süße“, erinnerte er sie, während er sich auf eins der Kissen fallen ließ und sich gelassen ein Krautröllchen ansteckte.

Rianwynn lehnte sich etwas beleidigt an die Wand und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie ärgerte sich. Nicht nur über ihn, sondern vielmehr auch über ihre unüberlegte, panische Reaktion. Sie hatte sich benommen wie ein aufgescheuchtes Huhn.


„Eine richtige Wildkatze, was“, stellte der Blutritter etwas spöttisch fest, während er mit einem unsympathischen Grinsen die Hand herunter nahm.

Rianwynn musterte ihn. Auf den ersten Blick sah er so aus, wie eben alle Blutritter aussahen. Allein die ehrfurchtgebietende Rüstung reichte meist aus, einen Eindruck von Disziplin und Macht zu vermitteln. Bei genauerem Hinsehen erkannte sie allerdings einige Makel an ihm. Er war nicht direkt unattraktiv, aber es schien so, als habe er in der letzten Zeit wenig Wert auf sein Aussehen gelegt. Sein hüftlanges, schwarzes Haar wirkte etwas vernachlässigt. Ebenso schien der Bart nur sporadisch gestutzt worden zu sein. Seine Haut war blass und zusammen mit den dunklen Ringen unter seinen Augen verlieh es ihm einen kränklichen oder müden Eindruck.


„Haltet den Mund“, wies Thelodien ihn zurecht, was dieser sich zu Rianwynns maßlosem Erstaunen gefallen ließ. Es ertönte lediglich ein verstimmtes Grummeln und ein hasserfüllter Blick auf Thelodiens Hinterkopf. Mit einem leisen Seufzen erhob Thelodien sich wieder von seinem gerade erst ausgesuchten Sitzplatz und durchquerte den Raum, um vor Rianwynn stehen zu bleiben und den Blickkontakt zwischen den beiden ungleichen Personen zu unterbrechen. Rianwynns Stirn legte sich fragend in Falten. Ihr Gegenüber warf ihr einen beschwörenden Blick zu und hauchte kaum hörbar: „Spiel einfach mit, es dient deiner Sicherheit.“

Bevor sie nur erahnen konnte, was er damit meinte, zog er sie an sich. Er legte einen Arm um ihren Rücken und drückte mit der anderen Hand ihren Kopf in seine Halsbeuge. Eine nach außen wohl beschützend wirkende Geste, die allerdings nicht dazu beitrug, ihre Verwirrung zu beseitigen. „Es ist so weit“, sagte er dann in einer Lautstärke, die auch der Blutritter hören konnte. „Der Zeitpunkt des Abschieds ist gekommen.“ Er entließ sie wieder aus seinen Armen und zog etwas aus der Tasche, das sie als filigrane Silberkette erkannte. An ihr baumelte ein blassblauer Anhänger.  Mit einer fast feierlichen Geste legte Thelodien ihr das Schmuckstück um den Hals. „Ich möchte, dass du sie immer trägst, Liebes. Vergiss mich nicht…“

Dann umarmte er sie erneut und flüsterte dicht neben ihrem Ohr: „Es ist magisch. Wir können darüber Kontakt halten.“ Rianwynn wagte einen Blick über seine Schulter, während er sprach. Der Blutritter stand immer noch im Türrahmen und sah ob der Abschiedsszene des scheinbaren Pärchens teils gelangweilt und teils genervt aus. „Es ist immer gut, verlässliche Leute außerhalb der Stadt zu haben“, fügte Thelodien im Flüsterton an. „Du schuldest mir etwas…“ Lauter sagte er dann: „Ich werde dich immer lieben.“

Thelodien war ein hervorragender Schauspieler. Sein Lächeln war warm und liebevoll und sein Blick hätte ausgereicht, den Eiskronengletscher zum Schmelzen zu bringen. Dennoch konnte Rianwynn sich des gedanklichen Vergleichs mit einem grinsenden Krokilisken in diesem Moment nicht ganz erwehren. Natürlich sorgte er nicht aus purer Selbstlosigkeit dafür, dass sie heile die Stadt verließ. Er versprach sich etwas davon, wie immer…

Rianwynn sah zu Boden. Teils, weil sie sich fragte, worauf sie sich nun wieder einließ und teils, weil sie das Spiel, das er angefangen hatte, mitspielen musste, wenn sie nicht auffliegen wollten.


„Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit“, schnitt die unzufriedene Stimme des Blutritters die Szene ab.

Thelodien nickte und nahm ein stabil erscheinendes Seil zur Hand. Dann sah er Rianwynn an.
„Vertraue mir. Alles wird gut.“

----------------------- ((Fortsetzung folgt))
Realität ist nur ein Mangel an Rollenspiel.
Beitrag #1745 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Der Schrei eines Nachtvogels durchschnitt die Stille. Elegant segelte das kleine Tier über die Ruinen der zerstörten Seite der Stadt, wo einige verkümmerte Gestalten sich bewegten, getrieben von der ewigen Suche nach etwas, das ihre Sucht lindern konnte. Der Vogel schien keinerlei Notiz davon zu nehmen und setzte seinen Flug fort, weiter, über die Schneise der Zerstörung hinweg, die der menschliche Prinz hinterlassen hatte, als er seine Armee von Untoten zum Sonnenbrunnen führte. Aber auch dies schien den Vogel nicht zu interessieren. Fast schwerelos und mit einer unbeschwerten Leichtigkeit, die der katastrophalen Zerstörung unter ihm Hohn sprach, setzte er seinen Flug fort, um dann auf einem Balkongeländer der noch intakten Seite der Stadt zu landen. Allerdings nur für einen Moment. Eine Bewegung im Schatten einer Ziersäule ließ ihn verschreckt aufsehen und davon stieben.

Die vermummte Gestalt bewegte sich erneut, suchte eine passendere Position, eine, aus der sie eine uneingeschränkte Sicht auf den Königsplatz und den Eingangsbereich des Sonnenzornturmes hatte, ohne dass man den Beobachter von unten herauf auch nur würde erahnen können. Die leuchtend grünen Augen waren unter dem Schatten einer tief gezogenen Kapuze fast gänzlich verborgen. Ihr Blick wanderte über die zahlreichen Wachen vor dem Eingangsbereich und schweifte dann weiter, um auf den Silhouetten zweier sich nähernden Personen ruhen zu bleiben. Aber auch auf der Gestalt des voran gehenden Mannes ruhte der Blick nur für einen kurzen Moment, bevor er sich auf seine wesentlich kleinere Begleiterin legte.

Es stimmte, was er ihr gesagt hatte. Es war für ihn mehr als nützlich, wenn er jemanden außerhalb von Silbermond, ja sogar außerhalb der Herrschaftsgebiete der Sin’dorei hatte. Jemanden, dem er trauen konnte und von dem er wusste, dass er verlässlich war. Er selbst war hier aufgrund seiner  – wie er sich gern ausdrückte – „geschäftlichen Belange“ gebunden. Sobald er die Stadt verließ und nicht mehr überwachte, was hier geschah, würde der nächste junge Emporkömmling versuchen, ihm den Rang abzulaufen. Es hatte ihn viele Jahre gekostet, sich seine machtvolle Position im zwielichtigen Milieu der Stadt zu erarbeiten und weitere, um diese zu festigen und Konkurrenten auszuschalten. Wenn es etwas außerhalb von Silbermond zu erledigen gab, so konnte er es niemals selbst tun.

Aber das war nicht die ganze Wahrheit gewesen. Nachdenklich folgten Thelodiens Augen jeder Bewegung der jungen Sin’dorei. Er hatte es bereits gewusst, nachdem er das erste Mal mit ihr zu tun gehabt hatte. Sie war anders als der restliche Abschaum, der ihn umgab und für ihn arbeitete. Schon bevor sie ihm von ihrer Vergangenheit und ihrer edlen Herkunft erzählt hatte, hatte er so etwas vermutet. Die Art, wie sie sich bewegte, das fein geschnittene, von sanften Zügen geprägte Gesicht, ihre gewählte Ausdrucksweise, wenn sie nicht darauf achtete… all das waren seine Spione gewesen. Zusammen mit den Informationen, die er ohnehin über viele Geschehnisse in Silbermond erhielt, hatte sich recht schnell ein schlüssiges Bild ergeben. Einen Narren konnte sie vielleicht dadurch täuschen, dass sie ihre Kleidung und ihren Namen änderte, aber nicht ihn. Sie konnte nicht verleugnen, was sie war. Ebenso gut hätte sie sich eine Voodoomaske aufsetzen und fortan behaupten können, sie wäre ein Troll.

Natürlich half er ihr, weil es für ihn von Vorteil war. Aber das war nicht alles. Er nahm einen Pfeil zur Hand und tauchte die Spitze in eine kleine Phiole hinein. Dann zog er sie wieder heraus und verschloss das Gefäß. Die ganze Wahrheit war, dass er sie mochte. Nichts, was man auch nur im Entferntesten als so etwas Naives wie Liebe hätte bezeichnen können. Thelodien hatte sich vor Jahrzehnten abgewöhnt, sich mit solch sinnloser Zeitverschwendung aufzuhalten. Seine Hand suchte nach dem Bogen, der neben ihm auf dem Boden des Balkons lag. Seine Finger stellten etwas an dem daran befestigten Zielfernrohr ein. Routiniert und sicher. Nein, er liebte sie nicht. Aber hätte er nicht vor fast ebenso langer Zeit festgestellt, dass es für jemanden wie ihn zu gefährlich war, Freunde zu haben,… Er hätte sich vorstellen können, dass Rian dazu gezählt hätte.

Mit langsamen Bewegungen legte er den Pfeil auf die Sehne. Der Blutritter und seine „Gefangene“ hatten die Wachen vor dem Eingang erreicht und sprachen scheinbar mit ihnen. Thelodien schaute durch das Fernrohr. Er war eigentlich der festen Überzeugung, dass er den Blutritter in der Hand hatte. Aber nur für den Fall, dass er sich irrte… Er spannte die Sehne. Die Spitze des Pfeils zielte auf das Genick des Blutritters. Für den Fall, dass er sie doch hinterging und sich daraus eine Gefahr für Rianwynn ergab, würde er ihn töten…


 
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„Halt!“

Mit erhobener Hand trat eine der Wachen aus dem ordentlichen Glied heraus und verstellte ihnen den Weg. Rianwynns Herz schlug laut und hart. Was Thelodien sich ausgedacht hatte, klang aberwitzig, aber genau, weil es so ungewöhnlich war, hatte es vermutlich die besten Chancen, zu funktionieren. Jedenfalls hoffte sie das.

Ihr Führer verhielt im Schritt. Ein unzufriedenes Grummeln entrang sich seiner Kehle.
„Ihr wagt es, einem Blutritter den Weg zu verstellen?“

Rianwynn unterdrücke den Impuls, ihre Hände in den Fesseln zu drehen. Thelodien hatte sie nur so fest gebunden, dass man sich mit etwas Geschick und wenn man zierliche Hände hatte, daraus befreien konnte. Und vielleicht würde sie diese Möglichkeit schon bald nutzen müssen. Sie traute diesem Blutritter nicht. Selbst wenn sie unbeschadet die Stadt verließen, wer konnte schon wissen, ob er ihr nicht doch etwas antun würde? Thelodien hatte es absichtlich so aussehen lassen, als seien sie ein Paar. Rianwynn ahnte, was er damit bezweckt hatte. Er hatte ihr bereits zuvor erzählt, dass dieser Kerl es sich nicht leisten konnte, es sich mit Thelodien zu verscherzen, wenn er nicht Gefahr laufen wollte, seine Bezugsquelle für Blutdisteln zu verlieren, mehr noch, eben wegen genau dieser Vorliebe aus dem Orden zu fliegen. Dadurch, dass er es so aussehen lassen hatte, als sei sie seine Geliebte, hatte Thelodien versucht, zu verdeutlichen, dass er am besten seine Finger, in welcher Form auch immer, von ihr lies.

„Ich bitte vielmals um Verzeihung, Herr“, antwortete der Wachmann und riss Rianwynn aus ihren Gedanken, „ aber Ihr werdet verstehen, dass wir, als Wachen des Lordregenten, danach fragen müssen, wer den Sonnenzornturm betritt und mit welchem Anliegen.“

Ihr Führer nannte der Wache einen Namen, Rianwynn wusste nicht, ob es wirklich der richtige war, und gab an, dass sie lediglich die Absicht hätten, die Translokationskugel nach Unterstadt zu nutzen. Der Wächter nickte und sah dann an ihrem Führer vorbei, um sie genauer in Augenschein zu nehmen.

„Wer ist Eure Gefangene und was hat sie verbrochen?“

„Sie gehört zu den Aufständischen“, gab ihr Führer an, ohne ihren Namen zu nennen. „Ein Kind aus reichem Hause. Nichts weiter Gefährliches. Ihr Vater war der Meinung, dass ihr ein mehrtägiger Aufenthalt in der Unterstadt nebst einem Studium der kulinarischen Köstlichkeiten unserer verlassenen Verbündeten sicher wieder die Augen für die Annehmlichkeiten Silbermonds und seiner Gesellschaft öffnen würden.“

Er grinste breit und gehässig. Der Wachmann gab ein schallendes Lachen von sich und einige der anderen Wachen stimmten für einen kurzen Moment mit ein. Rianwynn konnte spüren, wie sich der schadenfrohe Blick mehrerer Augenpaare auf sie legte.

„Das klingt nach einem hervorragenden Plan! Ihr könnt passieren.“ Dann wandte er sich an Rianwynn und sagte spöttisch: „Einen angenehmen Aufenthalt in Unterstadt, meine Liebe.“

Rianwynn schenkte ihm als einzige Antwort einen giftigen Blick. Dann setzte sich ihr Führer wieder in Bewegung und sie betraten tatsächlich ohne weitere Behelligung den Sonnenzornturm. Der Blutritter, der sie führte, hatte bereits den gesamten Weg über nicht ein Wort mit ihr gewechselt. Und diese Schweigsamkeit hielt auch weiterhin an…
Realität ist nur ein Mangel an Rollenspiel.
Beitrag #1748 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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Kalter Stein umgibt die Ruinen von Lordaeron. Leichte Nässe und ein fauliger Gestank tränken die Luft in dieser Gegend, die einst so prächtig schien. Auf einer Terasse weiter oben, welche über alte Steinstufen zu erreichen ist, befindet sich die Translokationskugel, welche eine Verbindung zwischen Silbermond und Unterstadt aufrecht erhält. Anlässlich der Unruhen in Silbermond wird diese nun doch schwerer bewacht als üblich. Zwei kahle Gestalten blicken schweigend in die trostlose Gegend um sich herum. Bewaffnet mit Schwertern und Schilden, die das Siegel des Ordens aus Silbermond tragen, verharren die beiden Sin´dorei stillschweigend in Ihrer Aufgabe, niemanden die Translokationskugel nutzen zu lassen. Hätte jemand nicht einen guten Grund dafür oder eine ausdrückliche Erlaubnis, würde ein Benutzen verwehrt bleiben.

Doch plötzlich aktiviert sich der magische Mechanismus der Kugel und die beiden Wachen schreiten zurück. Ein kurzer Blick, den die beiden austauschen, versichert Kampfbereitschaft. Aus dem Portal treten ein Blutritter und eine gefangene Sin´dorei. Kurz senken die Wachen Ihre Waffen, als Sie den Blutritter erkennen. ,,
 Haltet ein ´´ entgleisen der einen Wache nervös die lauten Worte. Der Blutritter und seine Gefangene betrachten die Wachen. Die beiden Wachen blicken ernst. Einer der beiden scheint sich dem anderen überlegender zu fühlen und ergreift erneut das Wort. ,, Blutritter, Ihr dürft die Translokationskugel nur mit ausdrücklicher Erlaubnis benutzen. Habt ihr diese ? Wenn dem so ist, erklärt mir wohin Euch Euer Weg führt. ´´ Die Gefangene sieht die beiden Wachen stillschweigend an. Ihre Hände sind auf dem Rücken zusammengebunden. Scheinbar nur etwas zu schlampig. Der Blutritter blickt die beiden ernst an. In seinem Kopf spielt sich ein Plan ab, den er sich vorher sauberst zurecht gelegt hatte. Seine Aufgabe war es jediglich diese junge Sin´dorei unbeschadet nach Unterstadt zu bringen. Er schluckte unauffällig und hielt seinen ernsten Blick bei, als er beginnt sich zu erklären. ,, Ich bringe diese Gefangene nach Unterstadt um Sie disziplinieren zu lassen. Sie gehört dem Wiederstand in Silbermond an und wurde auf frischer Tat ertappt, wie sie sich mit anderen Aufständischen zusammentat. Der Orden hat beschlossen Sie hier arbeiten zu lassen, unter widrigsten Bedingungen. Eine Art ,, Lehrreiche Lehrzeit ,, wenn Ihr versteht. Dieser Plan war absurd, wie kam er nur auf einen solchen? Nun er musste verrückt genug sein, um keine durchschnittliche Betrügerei vermuten zu lassen. Er ertappte sich dabei, wie er als Blutritter versuchte sich vor normalen Ordenswachen rechtfertigen zu müssen und wurde etwas lauter, als die Wachen Ihn misstrauisch ansahen. ,, Was ist? Muss Ich dem Orden erst melden, dass mich zwei einfache Wachen davon abhalten, meiner Arbeit nachzugehen? Wieder sahen sich die Wachen kurz an und wieder sahen Sie verwirrt aus. Die eine Wache senkte Schwert und Schild nun gänzlich und nickte dem Blutritter zu. ,, Nein Blutritter, verzeiht. Ich will Euch passieren lassen ,, Der Sin´dorei schubst seine Gefangene zwischen den beiden Wachen hindurch und warf den beiden noch einen ernsten Blick zu um seiner Aussage ein wenig mehr Glaubhaftigkeit zuzuschreiben.

Als der Blutritter und seine Gefangene die Stufen in das innere der Ruinen hinabsteigen und sich auf dem großen Platz wiederfinden, halten Sie inne. 
Nicht unweit von ihnen entfernt, lehnt an einer Säule ein weiterer Sin´dorei. Seine Haut wirkt etwas blass und seine Augen haben das grüne Strahlen der Blutelfen verloren. Blau schimmern seine Augen dafür nun umso heller. Ein dunkler Umhang umhüllt den Fremden beinahe gänzlich. Auf seinem Rücken trägt er darüber einen riesigen Zweihänder, mit Schwarzem Griff. Seine langen weisen Haare liegen Teils auf den Schultern, welche ebenfalls durch den Umhang bedeckt sind. Sein Blick ruht ernst auf den beiden Ankömmlingen. Die junge Gefangene erblickt den Fremden und wirkt unruhig. Sie wäre bereit Ihre Hände aus der zu lockeren Fessel zu ziehen und abzuhauen. Der Blutritter betrachtet den fremden, während eine Hand auf seinem Schwertgriff ruht, ernst. Für einen Blutritter ist der Fremde falsch gekleidet. Für einen Aufständischen zu verrückt um hier frei herumzulaufen. Und diese kalten Augen machen Ihn auch nicht zu einem gewöhnlichen Passanten...
,, Ich nehme die Gefangene an mich ´´ Spricht der Fremde mit einer eiskalten Stimme zu den beiden. Seine Worte klingen dumpf und tief und beinahe hallend. Die Absicht des Fremden war es nicht, Blut zu vergießen oder gar Gewalt anzuwenden. Er wollte jediglich die Gefangene aus den Händen eines Blutritters befreien. Eigentlich waren seine Absichten von edler Natur. Doch wusste er nicht um die Absichten des Blutritters, der die Gefangene ja ebenso in die Freiheit bringen wollte. Die Zwickmühle in der die drei sich befanden veranlasste die junge Gefangene still und leise Ihre Hände aus den Fesseln zu befreien , unbemerkt. Der Fremde wippte Sich von der Säule weg und schreitet langsam auf die beiden zu. Unter seinen Füßen war deutlich zu erkennen, das der eh schon so graue Stein verblasste und spiegelte. Wie ein kalter Wind, kahm den beiden eine Brise entgegen, während der fremde weiter auf Sie zuschritt. Der Blutritter zog sein Schwert in Verzweiflung und hielt es dem Fremden entgegen.
Keinen Schritt weiter Blutelf! ich habe den befehl diese Gefangene für weiteres nach Unterstadt zu bringen und das werde ich auch tun.´´ Der Blutritter dachte derzeit nur an das Ausmaß, dass sich ergab, wenn er seinen Auftrag nicht ordnungsgemäß ausführen würde. Der Orden darf nie erfahren, das er Aufständischen half. Die Lage war schwieriger Geworden als gedacht. Der Sind´dorei in dunkler Gestalt, ging weiter langsamen Schrittes auf den bewaffneten zu. In Gedanken und Furcht vertieft, bemerkte der Blutritter nicht, wie der fremde sein Schwert an der Klinge fasste und es in den Händen des Blutritters einfach in tausende Partikel zerfiel. Das Schwert wurde plötzlich Eiskalt und zerberstete wie Glas, welches auf harten Grund aufschlägt. Der Blutelf wich erschrocken zurück und auch die Gefangene erstarrte kurz. ,, Wenn Ihr an Eurem Leben hängt Blutritter, kehrt nach Silbermond zurück und verkündet den Erfolg, Euren Auftrag gewissenhaft ausgeführt zu haben´´ Die Stimme des Fremden ertönte wieder in Gleicher hallender und dunkler Tonlage. Fast als würde er durch jemand anderes sprechen.
Der Blutritter wich eiligen Schrittes zurück. Sein Leben war Ihm wahrlich lieber, als aus dem Orden zu fliegen. Er sah die Gefangene kurz an und murmelte ein leises und ängstliches ,, Tut mir leid ´´, bevor er Abwich und zurück zur Translokationskugel eilte, stillschweigend an den Wachen vorbeiging und die Heimreise antrat.

Der Fremde blickte nun auf die Gefangene und hielt seine Ernste Mimik. Die Splitter des Schwertes begannen zu Schmelzen wie Eis, das eine Weile auf warmem Stein lag. Sein Blick wich kurz auf Ihre bereits freien Hände, dann wieder in Ihre Augen. Seine Eiskalten, musterten Ihre grün leuchtenden interessiert und doch abwärtend. Seine Hand verschwindet wieder unter dem langen Umhang, ehe Er in selber dunkler Stimme zu Ihr sprach ,,
Erhebt Euch Sin´dorei, Ihr seid frei ´´ ....



   
Beitrag #1760 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

[Game Master]
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Damit hatte sie nun überhaupt nicht gerechnet !

In Gedanken verfluchte sie das Pech, das an ihr zu kleben schien. Diese elenden Manasüchtigen, wie hatten sie es nur geschafft, sich zusammen zu rotten und…. den Ankerplatz einzunehmen ?! Ihr schöner Plan löste sich in Luft auf, und das Plätschern der Wellen am Schiffsrumpf klang wie Hohn in ihren Ohren. Sie hätte diesem Geräusch gerne von innen gelauscht und hatte heute vorgehabt, sich vom Schaukeln des Schiffes in den Schlaf wiegen zu lassen, um beim Aufwachen irgendwo neu anfangen zu können.

Zähneknirschend verharrte Trisha im Mondschatten eines Baumes und überblickte die Szene, während ihre Gedanken rasten. Aufgeben war keine Möglichkeit. Nie wieder zurück. Sie wollte nur noch weg, schon lange. Jetzt endlich hatte sie den Mut gefasst und die Gelegenheit beim Schopf gepackt…. und nun das !

Kurz glitt ihr Blick zu den Ruderbooten, die am Steg vertäut waren, doch sie verwarf den Gedanken, ehe er zu Worten geworden war. Sie würde es wohl kaum schaffen, ungesehen dort hin zu kommen und dann auch noch von dort weg… und mit dem Boot den Murlocs in die Flossen fallen, wenn es an den goldenen Strand getrieben wurde, dazu hatte sie auch keine Lust.

Also blieb nur der Weg über den Hügel ? Der Gedanke an den versengten Hain liess sie angewidert das Gesicht verziehen. Sie mochte diese Gegend nicht. Äste haben nicht knarzend herum zu wandern, sondern still am Boden zu liegen, egal, wie gross sie sind !

Trisha unterdrückte ein Seufzen und atmete stattdessen langsam tief durch. Dann musste sie halt zu Fuss weiter. Wenn sie geschickt genug war, sollte sie heute Nacht die Geisterlande noch erreichen.

Sie kehrte nicht auf die Strasse zurück, sondern schlich im Schatten der Nacht den Hügeln entlang. Für einmal war sie froh, unter Jägern aufgewachsen zu sein. Auch wenn sie nie die Lautlosigkeit der anderen erreicht hatte, in dieser Nacht reichte ihr Geschick allemal, um sich an Wachen, wilden Tieren und sonstigem Ungemach vorbei zu schleichen.

Im Morgengrauen erreichte sie Tristessa und beschloss, eine Rast einzulegen - und damit zu beginnen, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen...
Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei. (Nikos Kazantzakis)
Beitrag #1761 erstellt am: / Zuletzt geändert am:


Eine verhüllte Gestallt, schmal, ja fast mager mochte man meinen, betrat die Taverne in Beutebucht. Die Kaputze tief ins hagere Gesicht gezogen, so das man nur die Kinnpartie ausmachen konnte. Die Person sieht sich langsam im Türrahmen um und scheint erleichtert zu sein, dass niemand als Gast hier sitzt.
Langsam geht die Person auf den Tresen zu und erblickt den Schankwirt. Der putzt gerade die Bierkrüge und schaut auf. "Na, was darfs sein Fremder?" Quarkt er. Die Person öffnet leicht den Mantel und eine magere Hand mit einer Pergamentrolle schält sich aus dem dunklen Stoff. "Gebt das Narfien Nasher." Die Stimme des Fremden ist seltsam kraftlos und hoch. Die Hand schiebt die Rolle zu dem Wirt, der sie Stirnrunzelnd annimmt. "Ihr seid eine Blutelfe...eure Stimme hat euch verraten." Kichert der Wirt und seine gelben Zähne blitzen auf.
Ein scharfes Geräusch und der Wirt fühlt eine Klinge an seinem Hals, soford erstirbt sein grinsen. "Diese Nachricht ist nur für Narfien Nasher, sonst niemanden. Habt ihr das verstanden?!" Der Wirt nickt heftig und schluckt.
"Wenn ein Einäugiger hier auftaucht und ihr singt...seid ihr des Todes." Mit diesen Worten huscht die fremde Person aus der Taverne und der Wirt wischt sich mit dem Geschirrtuch ersteinmal den kalten Schweiß von der Stirn.
Beitrag #1775 erstellt am: / Zuletzt geändert am:

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>> "Hoffentlich gibt es Bäume wo du hingehst, sonst würdest du dich wohl nicht gut fühlen" <<
Das würde jetzt wohl ihre Schwester sagen, wenn sie hier wäre.
Sie würde sie anlächeln, vielleicht hätte sie über ihren kleinen Witz auch ein wenig gelacht.
In sicherer Entfernung, von der Stadt, sitzt sie hoch oben auf einem Baum, den Rücken an den dicken Stamm gelehnt, die Beine am Ast übereinander aufliegend und beobachtet das, was sie bald hinter sich lassen wird. Die schöne Stadt Silbermond.

>> "Nicht alles was schön aussieht, muss auch schön sein. Es kommt darauf an, wie es wirklich ist. Man muss hinter die Fassaden blicken." <<
Unscheinbar sind die Unruhen die in der Stadt herrschen, dennoch liegt eine Spannung über Silbermond.
'Schönheit', 'Fassade'.
Ihre Schwester hatte gut reden, sie war wunderschön und freundlich und gütig.
Liaslya hingegen war nur eine einfache Elfe. Sie hatten das selbe blonde Haar, die selben grünen Augen.
Doch Liaslyas Gesicht war nicht ganz so fein wie dies Ihrer Schwester. 
Liaslya wird aus ihren Gedanken gerissen als sie Schritte vernimmt. Innerhalb einer Sekunde ändert sie geräuschlos ihre Sitzposition zu einer praktischeren Position in der Hocke. War da nicht doch ein Blätterrauschen zu hören? Ja.. doch das könnte man als Windspiel in den Blättern erklären
Ihre Ohren zucken, während die knirschenden Schritte immer näher kommen und schließlich unter dem Baum verklingen.
Eine dunkel gehüllte Gestalt hat sich zu dem Baum gestellt. Der Kopf der Gestalt wandert hinauf und erblickt sofort Liaslya.
Und trotz der Kapuze die weit über dem Gesicht hängt, spürt sie den eiskalten Blick dieser Person deutlich.
Es läuft ihr ein kalter Schauer über den Rücken, dennoch entspannt sie sich.
Elegant schwingt sie sich vom Baum hinunter und landet sanft vor dem Fremden, obwohl, fremd ist er ihr ja nicht...
"Du würdest mich wohl sogar finden, wenn ich mich in einem von tausenden Heuhaufen in Azeroth verstecken würde und du nicht einmal weist, auf welchem Kontinent ich mich befinde, oder?", wird keck der Andere begrüßt, dieser steht nur still da uns setzt nicht einmal zu einem Gruß an.

>> "Es kommt nicht darauf an, wie jemand aussieht, oder wie er wirkt. Wichtig ist, wie er ist. Er mag gruselig erscheinen, aber er ist ein sehr netter Elf. Ja!" << Schallt die Stimme ihrer Schwester in ihrem Kopf. 

"Ich brauche deine Hilfe, Darinur!", erzählt sie ihm sogleich.
"Hmmm?", kommt nur als Antwort.
"Nun, nicht nur dass ich schon seit einiger Zeit gejagt werde, nein. Es sind richtig Unruhen ausgebrochen.
Ich möchte fliehen! Und ich will anderen dabei helfen es gleich zu tun.
Ich bin noch so lange geblieben wie ich konnte - doch ich denke ich werde es nur noch einen Tag schaffen.
Viele konnte ich bereits überreden Silbermond hinter sich zu lassen, einige haben es schon geschafft. Manche wollen es auf eigene Faust unternehmen.
Zu fünft wollten wir aufbrechen. Doch eine gezwungen zu gehen. Eine weitere wurde leider geschnappt - und dummerweise hat sie auch noch meinen Plan verraten"
Liaslya beißt sich auf die Lippe. Es gefiel ihr gar nicht, dass sie den Plan umschichten musste. Und sie schluckt ehe sie weiter erzählt.
"Und wurde hingerichtet... Darauf hin hat einer gesagt er möchte nicht mitkommen. Er fürchte sich zusehr.
So bleiben wir nur mehr zu zweit. Und anstatt per Translotation nach Unterstadt zu gelangen, werden wir den langen Weg durch die Pestländer wagen!"

Sie spürt richtig, wie Darinur eine Augenbraue hebt und ihr einen fragenden Blick zuwirft. Sein Gesicht kann sie jedoch nicht sehen.
Sie lehnt sich an den Baum und seufzt.
"Ich weiß, dort ist es sehr gefährlich. Aber genau deshalb wird es dort auch sicher sein!
Die Blutritter haben zu viel zu tun, als dass sie die Pestländer nach Ausreißern absuchen, die sich zu großteils gar nicht zu wehren wissen."
Es herrscht ein Moment der Stille. Ein Vogel zwitschert und führt einen Balztanz aus, ehe er sich mit einem kleinen Piepser wieder davon macht.
"Nun, das ist auch der Punkt. Ich mag ganz gut mit dem Bogen um zu gehen. Doch gegen die Untoten in den Pestländern werde ich nicht ankommen. Und ich bezweifle dass die Elfe mit der ich reisen mag ihnen etwas zusetzen kann. Deswegen bitte ich dich uns zu begleiten. Bring uns sicher nach Unterstadt. Ich habe mich bereits darum gekümmert, dass wir auf einem Schiff mitfliegen können."
"Wohin willst du gehen?" Es ist eine raue und kalte Stimme die von Darinur ausgeht.
Sie ist tief und furchteinflössend. Man vermag gar nicht zu glauben, dass sie von einem Blutelfen stammt.
"Ich möchte mich Arkon und Thalion anschließen. Zuletzt hörte ich von ihnen, dass sie in Beutebucht waren und von dort aufbrachen. Doch konnte ich nicht herausfinden wohin."
Darinur richtet seinen Blick nun auch gen Silbermond. Das rot des Sonnenunterganges erweitert die Stadt um ein malerisches wunderbares Bild.
"Du vermisst sie auch, nicht wahr? Da geht es nicht nur dir so..."
"Ja. Und ja. Ich Helfe, Wie ist der Plan?"

Einige Zeit vergeht, während Liaslya den Plan verrät:
Gerücht streuen um alle zum Sonnenzornturm zu bringen - Darinur macht einen Aufstand dort um wirklich die Aufmerksamkeit dorthin zu lenken -
Liaslya und Shiyoé werden durch das Tor verschwinden, Wachen werden mittels Betäubungsgift und Pfeilen außer Gefecht gesetzt - Fliehen auf Falkenschreitern die Liaslya nachher hier im Wald vorbereiten wird - Treffen beim Thalassischen Pass, dem Tor zu den Pestländereien - fliehen durch die Pestländer


Es herrscht schweigen
Die Sonne ist schon fast untergegangen. Es wird dunkel. die Lichter der Stadt sind bereits angezündet worden
"Vermutlich hast du morgen die Chance ihn zu töten. Ihn der meine Schwester, deine Verlobte, umgebracht hat. Wenn du kannst, lass ihn bluten. Aber sei vorsichtig und nicht hochmütig. Ich brauche dich. Ich denke nicht, dass ich ohne dich das schaffen werde!"
Darinur schwieg weiterhin, und dennoch wusste Liaslya gerade woran er dachte:
An die letzten Worte ihrer Schwester. Liaslya konnte bis heute nicht herausfinden, woher sie wusste, was geschehen war
Sie wusste, dass sie an diesem Tag umgebracht wird. Sie wusste auch von wem. Und dennoch ist sie zu ihm hingegangen.

Doch zuvor sagte sie noch: >> "Lasst die Trauer zu euch kommen. Doch schließt die Freude nicht aus Eurem Herzen aus. Trauer ist oft angemessen, aber zu viel oder zu lange Trauer verdirbt einen! Doch lasst keine Rache euren Geist benebeln. Rache verhindert zu denken und führt zu dummen Taten. Und Darinur, versprich mir eines. Pass mir auf meine kleine Schwester auf. Beschütze sie! Ich liebe euch, Darinur, Liaslya." <<

Sie waren so verwirrt, dass sie nichts taten. Als sie nach dem Sinn der Worte fragten, schenkte sie den beiden nur ein Lächeln und verschwand, und ein wiedersehen gab es nur mehr einseitig.... Hätten die beiden nur damals gewusst was geschehen würde, sie hätten ihre Schwester, seine Verlobte aufgehalten. Doch nun ist sie tot und sie können nichts mehr dagegen unternehmen.

"Nein. Morgen ist die Zeit meiner Rache noch nicht gekommen. Und ich habe es deiner Schwester versprochen, meinen Geist nicht von Rache benebeln zu lassen. Und dich zu beschützen ist meine oberste Priorität. Nur weil er deine Eltern und deine Schwester getötet hat, soll er nicht auch noch deinen Kopf bekommen, solange ich es verhindern kann. Wir führen deinen Plan so aus, wie du ihn mir beschrieben hast. Der Tod deines Bruders, folgt ein anderes mal."
Das waren viele Worte auf einmal für Darinur. Und ohne Abschiedsworte dreht er sich weg und verschwindet im Dickicht des Waldes. Doch dieses mal praktisch lautlos. Liaslya blickt ihm noch hinterher, ehe sie sich aufmacht um zwei Falkenschreiter zu besorgen und sie mit genügend Futter hier an zu binden. Und sie hat auch noch ein Gerücht über einen Ausbruch zu verteilen. Wie seltsam, dass das Erzählen, dass sie ausbrechen wollen, helfen soll auszubrechen. Liaslya hofft darauf, dass Ihr Plan aufgeht und verschwindet in der Dunkelheit.
Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, gleichgültig welcher Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit. - Albert Camus
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Wo sie hinblickte, Sin’dorei !  Oder modernde "Verlassene", wie sich die Meute unter der Banshee-Königin selbst nannte. Nicht gerade die Gesellschaft, die zu längerem Aufenthalt anregen würde…

Trisha beschloss, Tristessa am nächsten Tag wieder zu verlassen und weiter zu ziehen. Einfach dem Weg entlang, Richtung Süden. Möglichst weit weg von Morgenluft und dem Herrschaftsgebiet ihres Volkes ganz allgemein. Sie wollte sich endlich irgendwo in Ruhe Gedanken über sich und ihre Zukunft machen, ohne ständig in den Augen ihrer Volksvertreter die herablassende Arroganz erahnen zu müssen. Sie hasste diese Blicke, die sie kurz taxierten – und sie dann als "zur wertlosen Masse gehörend" aussortierten. Manchmal riefen diese Blicke eine kurze, innere Wut hervor, die ihren Rücken streckte und ihr Kinn anhob, während sie innerlich giftig zurück schoss: "Besser gar keinen Zugriff, als süchtig danach !" Dass sie zudem noch für Sin’dorei sehr kleingewachsen war, machte ihre Haltung in diesen Momenten auch nicht imposanter, aber zumindest gab ihr der Gedanke einen inneren Halt. Trotzdem hatte sie genug davon und wollte diese Blicke endlich vergessen können, um ihr Leben nicht einzig auf dieser Tatsache aufbauen zu müssen. Das musste doch möglich sein ! Irgendwo, irgendwie… irgendwann… !



Was sie dann allerdings hinter dem Thalassischen Pass erwartete, trug auch nicht weiter zum Wohlgefühl bei…. Die trübe Luft stank förmlich vor Verseuchung und hatte das Laub schon längst von den Bäumen gefegt. Nur ein paar Nadelbäume trugen ihr fahles Kleid noch und ragten trotzig in den Himmel, während das "Leben" um sie herum aus Riesenlarven, ebensolchen Fledermäusen und Dämonenhunden bestand. Von ein paar Skeletten mal abgesehen, die dem Begriff Leben erst Recht nicht entsprachen.

Geduckt schlich sie von Baum zu Baum, von Fels zu Fels, nicht selten auf dem Boden robbend, so leise, wie möglich – und viel zu langsam. Sie schien kaum vom Fleck zu kommen. Als dann auch noch der Regen einsetzte, war sich Trisha nicht sicher, ob sie über den prasselnden Lärm, der ihre Schritte untergehen liess, und den dichten Schleier, der ihre Umrisse verwischte, glücklich sein sollte… oder sich über den sich rasch bildenden Schlamm ärgern sollte, der ihr Vorankommen zusätzlich verlangsamte, und darüber, dass durch den Regen auch ihre Wahrnehmung deutlich eingeschränkt wurde…

Die verlassene Siedlung, in der sich zwei Wege kreuzten, musste sie grossräumig umgehen. Was sich da alles zwischen den Gebäuden tummelte… ! Trotz allem – am schlimmsten waren diese dämonischen Hunde, deren Wahrnehmung offensichtlich auch vom Regen nicht beeinträchtigt wurde. Einige Male konnte sie sich nur rasch auf einen Baum retten, um von dort dann nervenaufreibend abwarten zu müssen, bis sich der Dämon entschloss, leichtere Beute zu jagen…

Sie benötigte den ganzen Tag und die folgende Nacht, um nur schon die östlichen Pestländer zu durchqueren. Selten war sie so froh gewesen, das Rauschen von Wasser zu hören, als sie sich endlich dem Fluss näherte. Während sie sich aus ihren schlammverschmierten Gewändern schälte, lachte sie kurz trocken auf. Jeder in ihrer Familie hätte wahrscheinlich gewusst, wie dieser Fluss hiess, wo er entsprang und wohin er floss und hätte wahrscheinlich noch alle westlichen und östlichen Zuflüsse benennen können. Sie selbst hatte sich all diese Dinge nie merken können und brauchte sie auch nicht. Heute führte dieser Fluss einfach das zwar kalte, aber frische Wasser mit sich, das es ihr erlauben würde, sich und ihre Kleidung wieder in einen annehmbaren Zustand zu bringen.

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Das surrende Geräusch eines sich drehenden Propellers erfüllte die Luft, lange bevor der breite Schatten langsam über sie hinweg strich. Trishas Mundwinkel zuckte verärgert, als ihr bewusst wurde, dass sie den Kopf eingezogen hatte, als ob sie vor dem Ungetüm in Deckung gehen müsste. Glücklicherweise war niemand in der Nähe, der dies hätte beobachten können.
Sie straffte sich und setzte ihren Weg fort. Der Wind trug ihr ein paar Wortfetzen zu, die nach gebellten Befehlen klangen, deren Sinn sich ihr ob der Bruchstückhaftigkeit jedoch nicht erschliessen wollte. Als sich geraume Zeit später die Türme in ihr Blickfeld schoben, entdeckte sie das nun an einem davon festgezurrte Luftschiff wieder.

Ein penetranter Gestank nach Fäulnis kroch zäh über die Wiesen und lenkte Trishas Schritte auf die Türme zu. Nur kurz schweifte ihr Blick zu den Ruinen der einstigen Stadt, in deren Untergrund nun die Banshee ihre Schar versammelt hatte. So müde Trisha auch war, eine Nacht in diesem Gestank kam für sie nicht in Frage, und ebenso schnell schloss sie die Fahrt mit einem Luftschiff nach Orgrimmar aus. Es blieben eine Fahrt nach Norden und eine nach Süden. Trisha zögerte nicht lange und betrat das vertäute Luftschiff, das sie in den Dschungel führen würde.

Tage später erreichte sie Beutebucht und suchte in der örtlichen Taverne Schutz vor einem aufziehenden Sturm. Da dieser jegliche Weiterreise verunmöglichte, bezog sie das billigste Zimmer und vertrieb sich ihre Zeit mit Angeln, Herumschweifen, Beobachten und vor allem mit Nachdenken…
Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei. (Nikos Kazantzakis)
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