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Die Reise des Tatanka


Nach dem Ende des Dritten Krieges hätte für alle Völker Azeroths eine Zeit des Friedens anbrechen sollen, doch dieser Frieden blieb bis heute aus. Die Horde und die Allianz kämpfen immer noch in hundert kleinen Scharmützeln gegeneinander. Ob nun um die Wälder des Eschentals, die Ressourcen des Arathibeckens oder das Alteractal. Zumindest konnte verhindert werden, dass der schwelende Konflikt sich in einen offenen Krieg verwandelte - bisher...
Als sich die Tore zur Scherbenwelt öffneten wurde der Konflikt zwischen der Horde und der Allianz wieder angeheizt. Um nun endlich Frieden zu schließen wollen der Kriegshäuptling Thrall und der König von Sturmwind Varian Wrynn sich in Theramore treffen. Doch auch diese Friedenskonferenz scheitert, nachdem ein Attentat auf Varian verübt wird. Die Lage zwischen Allianz und Horde ist angespannter als je zuvor und ein alles vernichtender Krieg stünde kurz bevor. Wenn sich nicht im eisigen Norden Azeroths eine noch viel grausamere Bedrohung regen würde: Die Geißel, angeführt von Arthas Menethil, der nun der neue Lichkönig ist, erstarkt wieder und droht Azeroth mit Tod und Verderben zu überziehen.

Von alledem ahnte der Held dieser Geschichte freilich noch herzlich wenig. Sein Name war Tȟatȟáŋka*  Die Orks sollten ihn jedoch später schlicht Tatanka nennen. Tatanka wuchs wohl behütet bei den Mitgliedern seines Stammes auf der Hochwolkenebene auf. Dieses Hochplateau - das selbst im Vergleich mit dem Rest Mulgores - ein ausgesprochen friedlicher Ort war, verließ er in seiner Kindheit nur selten. Hier lernte er im Einklang mit der Natur zu leben und sich nur das von ihr zu nehmen was er zum Leben brauchte. Dennoch auch Tauren mussten jagen um ihr leben zu sichern, denn - auch wenn es den ein oder anderen Menschen oder Zwerg sicher überraschen mag - schließlich ernähren sie sich nicht von Gras. Die traditionellen Jagdriten zu durchlaufen würde für den jungen Tatanka bedeuten endgültig in die Gemeinschaft seines Stammes aufgenommen zu werden. Eine große Veränderung in seinem Leben, soviel war gewiss. Dennoch hatte Tatanka noch keine Ahnung wie sehr sich sein Leben nun bald ändern würde, als des Falkenwindklans in eines Morgens in sein Zelt rief.

1. Kapitel: Die Jagd beginnt
"Falb hat nach dir gefragt", eröffnete der Häuptling das Gespräch. "Heißt das?", fragte Tatanka aufgeregt. "Ja! Heute ist der Tag deiner ersten Jagd gekommen." "Wo kann ich Falb treffen?" "Er wartet auf dich. Gleich südlich des Camps." Tatanka machte auf dem Huf kehrt und lief mit einem breiten Grinsen nach draußen. Tatsächlich wartete der Jäger Falb vor dem Dorf auf ihn.
"Die Erdenmutter bewache dich, Tȟatȟáŋka" "Auch dich Falb. Was steht an?" Der ältere Taure seufzte und sah den Wolken hinterher. "Der Winter wird bald über Mulgore hereinbrechen. Unser Stamm braucht Fleisch und Decken. Ich will, dass du mir hilfst ein wenig Wild zu erlegen." Tatanka nickte eifrig und fragte: "Wann ziehen wir los?" "Sofort", antwortete Falb und schulterte seine Büchse. Die Hochwoklenebene wimmelte nur so vor Wild, also mussten sie nicht lange suchen, ehe ihnen eine Gruppe von Ebenenschreitern auffiel. "Siehst du sie?", fragte Falb und deutete auf die Schreiter. "Sie sind leichte Beute, denn sie fürchten uns Tauren nicht. Das wird ihnen zum Verhängnis, denn sie lassen zu, dass wir uns ihnen nähern und greifen auch eher an als, dass sie fliehen, wenn man auf sie schießt, obwohl sie keine Chance haben. Das ist deine erste Lektion als Jäger, Tatanka: Sei dir stets über deine Fähigkeiten und die deiner Beute bewusst." Mit diesen Worten legte das Gewehr an und Tatanka tat es ihm gleich. Zwei Schüsse durchbrachen die morgendliche Stille der Hochwolkenebene. Tatanka und Falb sammelten die erlegten Schreiter ein. Als sie ein Stück nach Westen gewandert waren, sahen sie plötzlich einen Puma, der etwa 50 Meter vor ihnen aus dem Grad sprang und einen Schreiter riss, der ahnungslos neben ihm gestanden hatte. Falb legte erneut an und sagte: "Das ist deine zweite Lektion: Passe stets auf, dass der Jäger nicht zum Gejagten wird." Er schoss. Bis zum Mittag hatten sie genug Pumas und Schreiter erlegt um den Stamm mit ausreichend Decken und Fleisch für eine ganze Weile zu versorgen. Falb sah Tatanka anerkennend an. "Du hast dich heute gut geschlagen. Du bist jetzt bereit, den Initiationsritus zu durchlaufen. Suche Seher Grauzunge im Nordwesten der Ebene auf." "Das werde ich", lächelte Tatanka und machte sich auf den Weg zum Zelt des Sehers. Nur wenige Minuten später erreichte er ihn leicht verschwitzt, aber glücklich. "Seher! Ich bin zu Euch gekommen, um... " "Ich weiß", unterbrach der Seher. Er hatte eine beruhigende langsame. "Du willst dich dem Ritus der Erdenmutter unterziehen." Tatanka nickte eifrig. "Der erste Teil der Zeremonie ist der Ritus der Stärke. Die Erdenmutter stellt uns vor viele Prüfung. Du brauchst Stärke um deinen Stamm zu schützen. Im Osten der Ebene befindet sich die Dornenrankenklamm. Dort leben die Stacheleber. Sie missachten die Gesetze der Erdenmutter und wildern unter den Tieren der Eben. Das muss ein Ende finden. Ich will, dass du als Beweis für deine Stärke dorthin gehst und acht Stacheleber erlegst. Bring mir ihre Gürtel als Beweis für ihren Tod." "Acht Stacheleber?", versicherte sich Tatanka. "Ich werde euch nicht enttäuschen", sagte er eifrig und verschwand, ehe der Seher noch ein weiteres Wort sagen konnte. Grauzunge sah dem jungen Tauren nach und schüttelte den Kopf. "Dieses Kalb muss noch eine Menge lernen, wenn er ein großer Jäger werden will." Mit diesen Worten kehrte er in sein Zelt zurück.


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*1 = Bulle in der Sprache der Lakota-Indianer

Hier im Laufe der Zeit die Geschichte zu meinem ersten WoW-Charakter auf diesem Server entstehen. Als "Neuer" will ich ja in nichts nachstehen. Ich werd den ersten Post hier immer weiter erweitern, so dass im Laufe der Zeit eine zusammenhängende Geschichte entsteht. Über Kommentare und Anregungen jeglicher würde ich mich natürlich freuen.
Gruß, Guerillonist
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